Paul Thek | Sammlung Falckenberg
15. August 2008 | Von netsamurai | Kategorie: ArchivHarburg | 350 Werke des amerikanischen Kultkünstlers waren bis zum 15. Oktober 2008 in der Sammlung Falckenberg zu sehen. Die Ausstellung kam als Übernahme einer in 2007 groß angelegten Thek-Werkschau des ZKM Karlsruhe in die Phoenix-Hallen.

Paul Thek Studio | arbeitet an The Tomb 1966 | photo: Peter Hujar
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Mit der Ausstellung “Paul Thek – Werkschau im Kontext zeitgenössischer Kunst” wurden Ende Mai 2008 die umgebauten und erheblich erweiterten Räumlichkeiten der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg neu eröffnet. Damit entstand die größte private Kunsthalle Norddeutschlands.
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Um 1960 stand das Werk von Paul Thek ganz im Schatten der amerikanischen Pop Art.
Jetzt sind die Werke aus Warhols Factory zu musealen Objekten geworden, aber die Kritik an der Globalisierung ist radikaler denn je: und so ist Paul Thek wieder aktuell.
Theks Antwort auf die Pop Art sind seine “technologischen Reliquien”, Fleischstücke in Graburnen aus Plexiglass, die schocken und Emotionen hervorrufen sollen, ganz im Gegensatz zur Kühle der Minimal Art.
Kunst und Drogen sind Theks Lebenselixire, dennoch verabscheut er die heile Welt der Hippies, zumal Amerika damals mit den Schrecken des Vietnam-Kriegs konfrontiert wird. Seine 1967 entstandene und heute verschwundene Installation “The Tomb-Death of a Hippie” rechnet mit den Illusionen der Flower Power ab: im Innern der Pyramide – ein Toter mit Abgüssen seiner Köperteile.
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Paul Thek | Werkschau – im Kontext zeitgenössischer Kunst
Paul Thek (1933-1988) gilt als Künstler mit Kultstatus. Die umfassende Werkschau des Künstlers befasst sich mit der phänomenalen Wirkung seines Werks in der Gegenwartskunst und bestimmt Theks geschichtliche Bedeutung: vom legendären Außenseiter zum Mittelpunkt und Begründer einer Kunstströmung.
“Rund 300 Exponate wurden zusammengetragen, Skizzenbücher lassen sich elektronisch durchblättern, jede Menge Leinwände, sogar Bronzeplastiken und ein paar kleinere Environments geben einen Eindruck von der ausufernden Produktion Theks. Dazu begnügte sich der Initiator, der Hamburger Sammler Harald Falckenberg, nicht mit einer monographischen Werkschau. Sie ist eingebettet in zum Teil raumgreifende Installationen eines illustren Kreises von Künstlern, die sich zu Thek bekennen: etwa Mike Kelley, Franz Ackermann, Gregor Schneider, Thomas Hirschhorn und Jonathan Meese.” ( Tagesspiegel online Carmela Thiele 2007 )
Mit Arbeiten von Paul Thek und Franz Ackermann, Kai Althoff / Robert Elfgen, Cosima von Bonin, Björn Dahlem, Sebastian Hammwöhner / Dani Jakob / Gabriel Vormstein, Rachel Harrison, Axel Heil / John Isaacs, Thomas Hirschhorn, Andreas Hofer, Mike Kelley, Jon Kessler, Suchan Kinoshita, Martin Kippenberger, Jonathan Meese, John Miller, William Pope.L, Gregor Schneider, Zeger Reyers / Lee Ranaldo, Bob & Roberta Smith sowie einem Sonderbeitrag von Peter Hujar und Edwin Klein.
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Der Katalog Paul Thek. Artist’s Artist wurde von der »New York Times« unter die 20 besten Kunst- und Architekturbücher 2009 gewählt.
The American artist Paul Thek is not a marquee name, at least not in his homeland. A hippie-era visionary who died of AIDS in 1988, he has long been influential in Europe, where he lived for years. And it is thanks to a recent retrospective in Germany that we have the visually intoxicating book titled “Paul Thek: Artist’s Artist,” edited by Harald Falckenberg and Peter Weibel.
Most of Mr. Thek’s installations, part ritual, part fairy tale, were made of throwaway materials and are now long gone. Yet they reappear, like pure magic, in hundreds of photographs, along with reproductions of paintings, drawings, letters and diaries. Anti-establishment (including the art establishment) and anti-market, pro-spirit and pro-poetry, he embodied a side of 1960s and ’70s art that we still don’t know. With luck, the Thek survey scheduled for the Whitney Museum of American Art in 2010 will help reveal it. ( NY Times )
KATALOG Paul Thek | Artist’s Artist
Edited by Harald Falckenberg
und Peter Weibel
| 550 Seiten
| 300 color illus.
| 200 s&w illus.
Thek´s Behandlung des Körpers in Arbeiten wie “Technologische Reliquienkästchen,” mit ihren castings und Repliken von menschlichen Körperteilen, Gewebe und Knochen, rufen die Aura von christlichen Reliquien herbei und sehen die Arbeit von Damien Hirst voraus. Mit mehr als 500 Abbildungen (300 in Farbe) und neunzehn Essays von: Jean-Christophe Ammann, Margrit Brehm, Bazon Brock, Suzanne Delehanty, Harald Falckenberg, Marietta Franke, Stefan Germer, Kim Gordon, Roland Groenenboom, Axel Heil, Gregor Jansen, Mike Kelley, John Miller, Susanne Neubauer, Kenny Schachter, Harald Szeemann, Annette Tietenberg, Peter Weibel, Ann Wilson.
Zwanzig Jahre nach dem Tod von Thek durch AIDS können wir jetzt seinen Einfluss auf zeitgenössische Künstler wie Vito Acconci und Bruce Nauman Matthew Barney, Mike Kelley, und Paul McCarthy, sowie Kai Althoff, Jonathan Meese, und Thomas Hirschhorn erkennen. Dieses Buch bringt mehr als 300 Arbeiten von Thek zusammen – von denen viele hier zum ersten Mal veröffentlicht werden – und bietet damit die bislang umfassendste Zusammenstellung seiner Arbeit. Das Buch, das die Ausstellungen im ZKM | Museum der Zeitgenössischen Kunst, Karlsruhe und in der Sammlung Falckenberg, Hamburg-Harburg begleitet, präsentiert die Arbeit von Thek im Dialog mit zeitgenössischer Kunst junger Künstler und schließt Malerei, Skulptur, Zeichnung, und Installationsarbeit, sowie Fotografien ein.
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Susan Sontag
widmete Paul Thek ihren Klassiker “Gegen die Interpretation / Against Interpretation”. In diesem Manifest greift sie den zeitgenössischen akademischen und kritischen Umgang mit Kunst und namentlich Literatur scharf an. Dieser bestehe darin, die Form und sinnliche Gegenwärtigkeit eines Kunstwerkes als lästiges Beiwerk beiseitezuräumen, um sich seinem vermeintlich ›eigentlichen‹ Kern, dem Inhalt, zuwenden zu können.
“Die Interpretation ist eine radikale Taktik der Konservierung eines alten Textes, der für zu kostbar gehalten wird, als daß er einfach abgelehnt werden könnte und der deshalb neu aufpoliert wird.”
“In einer Kultur, deren bereits klassisches Dilemma die Hypertrophie des Intellekts auf Kosten der Energie und der sensuellen Begabung ist, ist Interpretation die Rache des Intellekts an der Kunst.”
“Mehr noch. Sie ist die Rache des Intellekts an der Welt. Interpretieren heißt die Welt arm und leer machen – um eine Schattenwelt der ?Bedeutungen? zu errichten.”
“Wirkliche Kunst hat die Eigenschaft, uns nervös zu machen. Indem man das Kunstwerk auf seinen Inhalt reduziert und diesen dann interpretiert, zähmt man es.”
“…interpretation is the revenge of the intellect upon art (and the world).” “Scared by true art, interpretation is our means of taming the work of art.”
Susan Sontag | Kunst und Antikunst:
24 literarische Analysen
Taschenbuch: 384 Seiten
Sprache: Deutsch
Der deutsche Titel dieser Essay-Sammlung aus den 1960er Jahren, die im amerikanischen Original „Against Interpretation” heißt. Übersetzt aus dem Amerikanischen von Mark W. Rien. Den weltweiten Ruhm und Einfluß von Susan Sontag machen die stimulierenden Ideen aus, die sie in die Diskussion neuer kultureller Phänome eingebracht hat: ihre intelligenten Analysen von Happening, Sciencefiction, Undergroundfilm, Pornographie und Camp – die Personen und Werke von Camus, Ionesco, Beckett, Godard, Sartre u.a. betreffen – sind ein wesentlicher Beitrag in der Entwicklung der Moderne.
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VIDEO | arte
Um 1960 stand das Werk von Paul Thek ganz im Schatten der amerikanischen Pop Art. Jetzt sind die Werke aus Warhols Factory zu musealen Objekten geworden, aber die Kritik an der Globalisierung ist radikaler denn je: und so ist Paul Thek wieder aktuell.
VIDEO | arte Thek-Reportage ansehen (wmv video)
In den USA der 1960er sind Produktion, Massenkultur und Selbstverherrlichung angesagt. Doch Thek widersetzt sich der von der Pop Art proklamierten seriellen Kunst. Für ihn sind Pop-Künstler blosse Werbeagenten des Neoliberalismus. Amerikaner sein ist für Thek kein Lebensziel, auch nicht der Konsum.
Theks Antwort auf die Pop Art sind seine “technologischen Reliquien”, Fleischstücke in Graburnen aus Plexiglass …
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Das Fleisch an der Kunst
TAZ – Georg Patzer | Artikel lesen
Verfall, Tod und Mystik sind die Themen von Paul Thek.
Ein schlanker, hoher Plexiglaskasten, gelb angehaucht, stelenartig in den Himmel geschraubt. Glatt, industriemäßig sauber und ohne jede künstlerische Handschrift, wie ihn jeder Handwerker, jeder Hobbybastler nachbauen könnte: So kennt man die oft ein wenig langweilige Minimal Art. Es fehlt einfach das Fleisch in der Kunst. Das muss sich auch der amerikanische Künstler Paul Thek gedacht haben, denn auch er baute einen schlanken, hohen, gelben Plexiglaskasten und zog ihn meterweit in die Höhe. Aber genau in die Mitte, auf Augenhöhe des Betrachters, setzte er richtiges Fleisch. Sehnen, vertrocknete Adern sind zu sehen, man schwankt zwischen Faszination, Ekel und einem zustimmenden Nicken: Genau so muss man mit eingefahrenen Mustern umgehen, muss sie in einem Schwung in eine andere Richtung zerren und vor allem wieder mit Inhalt füllen.
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PAUL THEK -
HAMBURG, SAMMLUNG FALCKENBERG -
Tales the Tortoise Taught Us
The Future of the Past,
Vol. 1. Katalog
| von Margrit Brehm,
| Axel Heil & Roberto Ohrt.
| Karlsruhe/Hamburg 2007/08.
| 156 Seiten
| mit 200 meist farb.,
| teils ganzseit. Abb.,
| Bibliographie, broschiert
Es gibt Künstler, die deswegen nicht vergessen werden, weil andere Künstler sie stets als Beispiel zitieren. Paul Thek gehört dazu. Er genießt Kultstatus. Die Lücke einer Überblickspublikation wird mit diesem Buch endlich geschlossen. Es ist ein Leitfaden in drei Teilen entstanden: Margit Brehm, Axel Heil und Roberto Ort erzählen in ihrem Essay unter dem märchenhaften Titel Tales the Tortoise Taught Us (Geschichten, die uns die Schildkröte erzählte) vom ambivalenten Verhältnis des Künstlers zu seiner amerikanischen Heimat, “Turtle Island”, von Theks ungewöhnlichem, aber zugleich typischem Künstlertum in der Beat- und Hippiegeneration. Thek widersetzt sich der seriellen Kunst der Pop Art als bloßer Konsumkunst und geht eigene Wege, wie in den “technologischen Reliquien”, Theks Antwort auf die Pop Art. Der zweite Teil ist ein chronologisch geordneter Werküberblick von 1963 bis zu Paul Theks tragischen AIDS-Tod 1988. Die chronologische Biografie im dritten Teil des Buches beschreibt detailreich die Stationen seines künstlerischen Lebens, ergänzt durch zahlreiche Original-Zitate.
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Sammlung Falckenberg | Wilstorfer Straße 71 | Phoenix-Hallen / Hamburg-Harburg
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Insite Harburg Magazin Archive:
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Wilhelmsburg | DO 09 FEB 12 | Bürgerhaus 19.30 Uhr | Klassisches Konzert: Wolfgang Amadeus Mozart / Anton Webern / Franz Schubert | Eintritt: 15€ | Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt.
Wilhelmsburg | DOCKVILLE KUNST 2012: Entweder. Oder. | KünstlerInnen aller Disziplinen gesucht | AUSSCHREIBUNG / Einsendeschluss: 07. Februar 2012 | Kunstcamp ab 26. Juli 2012 | Eintritt frei
Hamburg | DO 02 FEB 12 | Deichtorhallen Eröffnung 19 Uhr | Fotografie-Ausstellung bis 15. April 2012 | Das Haus der Photographie der Deichtorhallen würdigt den 88jährigen Fotografen und Maler Saul Leiter in einer weltweit ersten großen Retrospektive. Die Ausstellung umfasst mehr als 400 Arbeiten.


