TEMPO ! Harburgs Auto für das Wirtschaftswunder
16. Oktober 2008 | Von netsamurai | Kategorie: Feature, JournalDas Museum der Arbeit zeigte bis 12. April 2009 die Ausstellung “Tempo – Auf 3 Rädern durch die Stadt” … Die Ausstellung begibt sich auf die Spuren einer vergangenen Hamburg-Harburger Erfolgsstory.

Tempo! Auf 3 Rädern durch die Stadt
»Was der Kognac für den Magen, ist für’s Geschäft der Tempo-Wagen!«
(Wettbewerbsbeitrag für den besten »Tempo«-Werbespruch, 1951)
Das Museum der Arbeit in Hamburg zeigt bis zum 12. April 2009 die Ausstellung “Tempo – Auf 3 Rädern durch die Stadt”. Die Ausstellung begibt sich auf die Spuren einer vergangenen Hamburg-Harburger Erfolgsstory. Original-Tempo-Fahrzeuge, Fotografien aus dem Tempo-Archiv und persönliche Erinnerungen zeichnen die Geschichte eines Fahrzeuges nach, das eine besondere Rolle in der deutschen Verkehrs- und Kulturgeschichte einnimmt.
Tempo-Fahrzeuge des Hamburg-Harburger Automobilherstellers Vidal & Sohn haben heute Kultstatus.
Original-Tempo-Fahrzeuge, darunter der “T6″ (1930), “Front 6″ (1933), “Hanseat” (1949) und “Matador” (1952) aus der Sammlung des heute von Mercedes Benz genutzten ehemaligen Tempo-Werkes in Hamburg-Harburg bilden das Rückgrat der Ausstellung. Hinzu kommt ein “Bajai-Hanseat” (2000) aus der indischen Tempo-Produktion und ein “Tempo-Boy”-Fahrgestell (1951), das die vielfältigen Möglichkeiten von Aufbauten auf diesem Grundgestell veranschaulicht.
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Kultauto: Tempo-Laster | Deutsche Welle TV
| VIDEO ansehen | windows media | Beitragslänge 03:33 Min.
Auf über 500 qm stellt die Ausstellung in einer inszenierten Stadtlandschaft die Nutzungen der Tempo-Fahrzeuge vor. Der “T6″ und der “Front 6″ beliefern den Kaufmannsladen, der Handwerker fährt mit seinem “Matador” am Wohnhaus vor, der “Hanseat” steht im Schaufenster des Autohändlers. In der Werkstatt steht das Fahrgestell des “Boy” und mit dem “Bajaj-Hanseat” wirft die Ausstellung einen Blick auf die indische Tempo-Produktion und die Zukunft des Verkehrs auf drei oder vier Rädern.
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Tempo-Ausstellungsraum am Ballindamm Hamburg ca. 1949
Tempo! Auf drei Rädern ins Wirtschaftswunder
Die Tempo-Fahrzeuge haben ihre Spuren in der Gemütsgeschichte der Bundesrepublik hinterlassen. Viele erinnern sich noch an die kleinen, am Vorderrad angetriebenen Lieferwagen der Firma Vidal & Sohn, die mit ihren knatternden Zweitaktmotoren zum Straßenbild und -ton gehörten. Verschiedenste Betriebe fuhren im Nachkriegs-Deutschland mit den bis 1956 gefertigten Dreirädern “Hanseat” und “Boy” aus den Trümmern ins Wirtschaftswunder. Vierrädrige Tempo-Modelle, wie der “Matador” oder “Wiking”, erweiterten seit Anfang der 1950er Jahre die Produktpalette.
Seit 1928 transportierten dreirädrige Kleinlastwagen nicht nur des Harburger Herstellers viele Güter des täglichen Bedarfs – Obst, Gemüse, Baumaterial u. a. Auf den letzten Kilometern schleppten diese motorisierten Lastesel Güter von den Umschlagstationen – Hafen und Güterbahnhof – zu den Händlern in der Stadt.
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BUCH | Mit Tempo durch die Zeit
Die Dreiräder von Vidal & Sohn
- Aus Hamburg in die ganze Welt
| Gebundene Ausgabe
| 144 Seiten
| Sprache: Deutsch
| 28,4 x 20,6 x 1,8 cm
Das vorliegende Buch weckt aber nicht nur nostalgische Erinnerungen, sondern beschreibt die faszinierende Geschichte des 1928 gegründeten Familienunternehmens Vidal & Sohn im Spannungsfeld von Weltwirtschaftskrise, Krieg und Nachkriegszeit. Es widmet sich den drei- und vierrädrigen Schöpfungen der Firma, dem unglaublichen Geländewagen und wirft einen vergnüglichen Rückblick auf die Werbeaktivitäten des Hauses. Die wichtigsten technischen Daten sind im Anhang zusammengefasst.
Allein die vielen, größtenteils nie gezeigten Fotos machen diesen liebevoll und aufwändig gestalteten Titel zu einem Leckerbissen!
Der Autor Matthias Pfannmüller lebt als freier Journalist in Hamburg und schreibt für viele namhafte Publikationen ( auto motor und sport , Frankfurter Allgemeine Zeitung , Stern )
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Tempo-Werk Harburg
Dreirädrige Lastmotorräder wurden von Vidal & Sohn zunächst in Wandsbek produziert, ab 1935 entstanden die Tempo-Frontwagen mit der typischen dreieckigen Schnauze im Tempo-Werk Harburg-Bostelbek, das nach dem Krieg die eigene Bahnstation “Tempo-Werk Harburg” bekam.
1955 gab die Besitzerfamilie Vidal zunächst die Hälfte der Firmenanteile an Hanomag ab, 1965 schließlich die restlichen 50 Prozent. Die Produktionsanlage des Tempo-Dreirades ging 1962 nach Indien, wo bis Februar 2000 weitere “Bajaj-Hanseat” entstanden.
| 1928 – 1978: 50 Jahre V I D A L + S O H N ,,Tempo-Werk G.m.b.H.” von Erich Landahl
| von Wandsbek bis Harburg-Bostelbek
| mehr Informationen
Tempo-Archiv
Grundlage der Werks- und Firmengeschichte ist das Tempo-Firmenarchiv mit über 40 000 Fotografien und Dokumenten, das die Daimler Chrysler AG im Jahr 2000 an das Museum der Arbeit übergab. Eine digitale Datenbank zum Tempo-Archiv erschließt dem Publikum über die Ausstellungsobjekte hinaus weitere Bestände.
Tempo-Ausstellungsdaten
Tempo! Auf 3 Rädern durch die Stadt
10. Oktober 2008 bis 12. April 2009
Museum der Arbeit — Wiesendamm 3 — 22305 Hamburg
direkt am U-/S-Bahnhof Barmbek
geöffnet Mo 13-21 Uhr — Di-Sa 10-17 Uhr — So 10-18 Uhr
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Tempo-KATALOG | zur Ausstellung 2008/09
| Warentransport im Wandel
| 144 Seiten
| 360 historische und Farbabbildungen
| Hardcover mit Fadenheftung
| Format: 21 x 26,8 cm
»Hanseat«, »Matador« und»Wiking« – diese kleinen Laster der Marke »Tempo« aus der Hamburger Firma Vidal & Sohn genießen heute Kultstatus. Sie beförderten im »kleinen Güterverkehr« fast alles, von der Kohle bis zum Sarg. Eine Erfolgsstory, die untrennbar mit dem Geist der 1950er-Jahre verbunden ist und in dem reich bebilderten Buch mit Atmosphäre wieder aufersteht.
»Tempo« – die kleinen dreirädrigen Transporter spielen in der Gemütsgeschichte der Bundesrepublik eine ganz besondere Rolle. Der Hamburger Kohlenhändler Oskar Vidal ließ 1928 erstmals einen Dreiradwagen fertigen, der sich durch seinen günstigen Anschaffungspreis und seine enorme Vielseitigkeit gegen die Konkurrenz behaupten konnte. Die kleinen Lastwagen lieferten Güter des täglichen Bedarfs und brachten Handwerker an ihren Arbeitsort. Der »Tempo« war nach dem Krieg und während der »Wirtschaftswunderjahre« nicht mehr aus dem Straßenbild wegzudenken – zu einer Zeit, als die Straßen noch frei und Stau ein Begriff aus der Wasserwirtschaft waren.
Unveröffentlichte Bilder aus dem »Tempo«-Werksarchiv illustrieren im Zusammenspiel mit persönlichen Erinnerungen an das Kultauto, Fotos und Geschichten einen bisher vernachlässigten Teil der deutschen Verkehrs- und Kulturgeschichte.
Das Museum der Arbeit befasst sich mit der Industriegeschichte Hamburgs. Jürgen Bönig, Technikhistoriker, ist Kurator der Ausstellung. Textbeiträge von Winfried Wolf, Publizist und Verkehrsexperte, sowie von weiteren Fachautoren.
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Museum der Arbeit — Wiesendamm 3 — 22305 Hamburg
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Tempo. Mein Laster



































