NO WAVE – Underground 80
4. August 2009 | Von netsamurai | Kategorie: Bewegungsmelder, Journal, VORSCHAUTV-TIPP | DO 13 AUG 09 | Arte TV | 22.30 Uhr | No Wave – Underground 80: Berlin-New York

NO WAVE – Underground 80: Berlin-New York
Der Bankrott als Chance. Anfang der 1980er sind West-Berlin und New York pleite und bieten mit billigen Fabriklofts, in denen Wohnateliers entstehen, einer wilden und jungen Kreativszene eine einmalige Bühne für die Schaffung eines künstlerischen Undergrounds.
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Technische Perfektion und traditionelle Unterhaltungsmodelle werden radikal infrage gestellt. Mit dem – bewusst falsch geschriebenen – Begriff der “Genialen Dilletanten” gibt sich die Szene in Berlin einen programmatischen Titel, während man sich in New York vom poppigen New Wave abgrenzt und von “No Wave” spricht.
DO 13 AUG 09 | ARTE TV | 22.30 Uhr
No Wave ( Deutschland, 2009, 52min ) Regie: Christoph Dreher
Regisseur Christoph Dreher gehörte mit seiner Band ‘Die Haut’ selbst zu den Protagonisten der No Wave-Szene der 1980er Jahre.Director’s Note
“Dieser Film taucht ein in eine Übergangszeit, eine Ära der Veränderung. Alles war in Bewegung, nichts sicher – und gerade deshalb schien alles möglich. Die 1970er klangen noch nach, die 1980er hatten noch nicht richtig begonnen. Wir bewegen uns zwischen den Perioden der reinen Abkehr vom Etablierten und des politisch bewegten Aktionismus. Die Zeit und Szene, die dieser Film beleuchtet, hat eine hohe Relevanz für alle Bereiche der Kultur und des Lebens bis zum heutigen Tage.Der Begriff des Underground bekam einen neuen Klang in dieser Zeit. Es war eine Zeit der radikalen Herausforderungen und kompromisslosen Selbstversuche – in jeglicher Hinsicht. Im Mittelpunkt stand das Machen, ohne Wenn und Aber. Und die, die damals schufen und überlebten, sind bis heute kreativ und vielleicht einflussreicher denn je. Nick Cave hat gerade sein vielleicht bestes Album aller Zeiten veröffentlicht, Jim Jarmusch stellt derzeit seinen 16. Film fertig, die Einstürzenden Neubauten erfinden sich regelmäßig neu. ‘Geniale Dilletanten / No Wave’ ist ein Blick zurück ohne Wehmut, relevant im Hier und Jetzt.” (Christoph Dreher, Frühling 2009)
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In den 1980er Jahren
waren insbesondere die beiden bankrotten Metropolen Berlin und New York Treffpunkt einer Subkultur, die sich ohne ökonomischen Druck selbst erfahren und mit allen Mitteln ausdrücken wollte.
Die Kulturdokumentation rekonstruiert die extrem kreativen und inspirierenden Szenen in beiden Städten, ihre künstlerischen Äußerungen und Manifestationen, die Motive und Haltungen ihrer Protagonisten mit dem einmaligen Blick eines Insiders: Regisseur Christoph Dreher gehörte mit seiner Band “Die Haut” zu den Protagonisten der No Wave-Szene der 1980er Jahre.
Gemeinsam mit langjährigen Freunden und Weggefährten wie Jim Jarmusch, Blixa Bargeld, Lydia Lunch, Nick Cave und vielen anderen mehr taucht er mit diesem Film ein in eine Übergangszeit, in der nichts sicher und gerade deshalb alles möglich schien.
AUDIO | The ‘OPTIMO NO WAVE MIX’ 44 min [ via OPTIMO UK ]
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Tracklist
- Mars – 3E
- DNA – You and You
- Teenage Jesus and The Jerks – Freud In Flop
- The Contortions – Contort Yourself
- The Fire Engines – Get Up And Use Me
- Blurt – Puppeteer
- Tools You Can Trust – Show Your Teeth
- Sonic Youth – Shaking Hell
- 8 Eyed Spy – Lazy In Love
- Pulsallama – On The Rag
- Arto / Neto – Pini, Pini
- Y Pants – That’s The Way Boys Are
- ImpLOG – Breakfast
- Jill Kroesen – Fay Shism Blues
Der Bankrott als Chance. Anfang der 1980er sind West-Berlin und New York pleite und bieten mit billigen Fabriklofts, in denen Wohnateliers entstehen, einer wilden und jungen Kreativszene eine einmalige Bühne für die Schaffung eines künstlerischen Undergrounds, dessen unterschiedliche Darstellungsformen von Film, Musik, Malerei, Theater bis zur Literatur sich gegenseitig beeinflussen und interdisziplinär und über den Atlantik in Austausch miteinander treten.
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VIDEO | Downtown 81 extrait (a.k.a New York Beat Movie) | DVD kaufen bei amazon
http://www.dailymotion.com/video/xal0p
Der legendäre Künstler Jean-Michel Basquiat (1960-1988) spielte mit 19 Jahren die Hauptrolle in diesem Klassiker der “Downtown” New Yorker Kunst und Musikszene der frühen 1980er Jahre. Ein Künstler der sein Appartement verliert und nun versucht seine Bilder unter Rappern, Strippern, Models und diversen Figuren der Kunstwelt zu verkaufen. Mit Tuxedomoon, Deborah Harry, DNA, James White und vielen mehr.
“Ich war frei, aber die Stadt war es nicht. Lower East Side sah aus wie ein Kriegsgebiet, als hätten wir eine Bombe über unseren Köpfen abgeworfen. Die Straßen sehen aus wie Kunst.” [ Jean-Michel Basquiat ]
Avantgarde der Gentrifizierungvia TAZ – Andreas Busche 2005 Artikel lesen
Die Kaputtheit New Yorks war für die verstreuten Künstlerkolonien Ende der Siebzigerjahre ungeheuer inspirierend: eine riesige Stadtlandschaft, deren kulturelles Branding erst noch bevorstand.
Das Phänomen der “Downtown 81″-Szene sollte auch deshalb nicht in Vergessenheit geraten, weil die Wechselwirkung von kultureller Produktion und Stadtentwicklung selten so verheerende Folgen nach sich gezogen hat. Die neuen Popstars der Kunstszene und ihr High/Middlebrow-Massenkultur-Gefolge (die “Avantgarde der Gentrifizierung”) waren maßgeblich für die Ver-Yuppisierung des East Village verantwortlich – kurz darauf folgten die Ärzte und Anwälte.
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Technische Perfektion und traditionelle Unterhaltungsmodelle werden radikal infrage gestellt. Mit dem – bewusst falsch geschriebenen – Begriff der “Genialen Dilletanten” gibt sich die Szene in Berlin einen programmatischen Titel, während man sich in New York vom poppigen New Wave abgrenzt und von “No Wave” spricht. Alle “machen”, alles strotzt vor Energie.
1978 nahm Brian Eno das wichtigste No-Wave-Album “No New York” mit James Chance & the Contortions, Teenage Jesus & the Jerks, Mars und DNA auf. Jedem Künstler stand es zu, vier Stücke beizusteuern. Anstatt wie bei einem Sampler üblich, möglichst viele Bands zu beinhalten, wurde No Wave hierdurch auf vier Gruppen reduziert. Kritiker warfen Brian Eno vor, dass er versuche die Künstler auszubeuten, dies ist aber so nicht korrekt – er verfolgte eher das Ziel, diese Musikrichtung zu retten und den Musikern eine Chance auf einen Plattenvertrag zu geben, den sie ohne ihn so einfach nicht hätten bekommen können. [ via wikipedia ]
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TONTRÄGER | No New York
No-Wave-Sampler von Brian Enomit James Chance & the Contortions,
Teenage Jesus & the Jerks,
Mars
und DNA
aus 1978| reinhören/kaufen bei amazon AUDIO CD
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Der Film “NO WAVE – Underground 80″ von Christoph Dreher rekonstruiert die künstlerischen Szenen in New York und Berlin, ihre Äußerungen und Manifestationen, die Motive und Haltungen ihrer Protagonisten mit dem einmaligen Blick eines Insiders: Regisseur Christoph Dreher gehörte mit seiner Band “Die Haut” zu den Protagonisten der No Wave-Szene der 80er Jahre, zugleich gehörte er zu einer Generation junger Filmemacher, die filmsprachliche und bildästhetische Pendants zu den neuen musikalischen Formen entwickelten.
VIDEO | Nick Cave & The Bad Seeds – Tupelo | Music video directed by Christoph Dreher
Mit der Unterstützung langjähriger Freunde und Weggefährten wie Jim Jarmusch, Blixa Bargeld oder Nick Cave lässt er eine der kreativsten und inspirierendsten Kunst- und Musikszenen des späten 20. Jahrhunderts wieder sicht- und hörbar erscheinen, wiederauferstehen vor den Augen und Ohren derer, die damals nicht dabei sein konnten.
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