KlimaWasserWerke – Kunstpositionen im Fluss | IGS 2013

7. September 2009 | Von | Kategorie: Archiv, VORSCHAU

Frederika_Hoffmann_Suederelbe_2008

Frederika Hoffmann - Süderelbe 2008

Vom 7. bis 27. September 2009 zeigen 6 Künstlerinnen und Künstler ihre Interpretationen zum Thema Wasser. Die Schau wird an historisch-authentischem Ort präsentiert: Bis 2008 pumpte das 1904 erbaute, gründerzeitliche Wasserwerk Wilhelmsburg bis zu vier Millionen Liter Trinkwasser in die Hamburger Haushalte.

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Seit seiner Stilllegung dient es der igs 2013 als Schaustück und Galerie und wird während der Gartenschau im Jahre 2013 zum zentralen Gastronomiestandort.

Ausstellung “KlimaWasserWerke – Kunstpositionen im Fluss”
www.igs-hamburg.de/306.0.html

Laufzeit :07. – 27. September 2009
Öffnungszeiten: Mo – Fr 15 – 20 Uhr, Sa und So 11 – 20 Uhr
Eintritt frei

“Wasser ist Lebenselixier. Ohne Wasser kein Leben, kein Wachstum, kein Wohlstand”, betonte igs-Geschäftsführer Heiner Baumgarten anlässlich der Ausstellungseröffnung. “Die Elbinsel Wilhelmsburg, Ausstellungsgelände der internationalen gartenschau, ist von Wasser umgeben, der Hamburger Hafen wiederum das ökonomische und kulturelle Herz der Hansestadt.

Der Umgang mit und das Erleben von Wasser in Zeiten des globalen Klimawandels ist daher zentrales Thema der internationalen gartenschau. Höhepunkt der Auseinandersetzung werden die sechzehn individuell gestalteten Gärten sein, die die Gartenschau im Jahr 2013 in ihren Wasserwelten präsentieren wird.”

“Wasser beschert dem Planeten Erde sein lebensfreundliches Antlitz. Ohne Wasser gäbe es keine Wolken und unser Planet wäre unerträglich heiß”, so Prof. Mojib Latif. “Wir ärgern uns oft über den Regen. Dieser erfüllt jedoch wichtige Aufgaben, nicht nur in klimatischer Hinsicht. Er bringt uns beispielsweise das Trinkwasser, das in den Trockengebieten Mangelware ist. Zu viel Wasser kann andererseits eine Bedrohung darstellen, etwa wenn Flüsse über die Ufer treten. Die Ausstellung ist ein Sinnbild für die elementare Bedeutung des Wassers auf unserem Planeten, das Fluch und Segen zugleich bedeuten kann.”

Für die 2009-Kunstausstellung der igs 2013, die erstmals in dem Industriedenkmal Wasserwerk Wilhelmsburg präsentiert wird, wurden Künstlerinnen und Künstler eingeladen, sich mit dem Thema differenziert auseinander zu setzen:

Frederika Hoffmann (Hamburg)

hebt in ihren Fotografien die Distanz zum kalten Nass auf und betrachtet Wilhelmsburg aus der Perspektive der Wasserwege.

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KailiangYang_2005_Elbchaussee2

Kailiang Yang

Kailiang Yang (Hamburg)

zeigt sich in seinen technisch ausgefeilten Ölgemälden beeindruckt von den Lichtstimmungen, die die feuchten Wetterverhältnisse der Hansestadt zu bieten haben.

Der in Hamburg lebende Künstler Kailiang Yang greift in seinen Bildern Motive aus dem Alltag auf. So werden Straßenabschnitte und Ortsteile der Stadt in poetische und stimmungsvolle Landschaftsausschnitte versetzt. Der Künstler operiert dabei subtil mit Zonen des Fest-Umrissenen und der Unschärfe und führt zu einer changierenden Mehrdimensionalität im Bildgeschehen. Und durch die Maltechnik Yangs ziehen Momente der Beschleunigung und Distanzierung in die Gemälde ein.

Kailiang Yang wurde 1974 in Jinan/Shandong (VR China) geboren, wo er von 1992 bis 1994 an der Hochschule der Künste Shandong Malerei studierte. 2001 kam er zum Aufbaustudium nach Hamburg an die Hochschule für bildende Künste, das er 2005 beendete.

Aloys Kiefer (Hamburg) www.aloyskiefer.com

führt mit seinem aufwändigen Fotoprojekt ins Hochgebirge der Alpen und zeigt die Folgen der Erderwärmung.

Insa Winkler (Hude), www.insawinkler.de

eine politische Landart-Künstlerin, thematisiert mit ihrer interaktiven Installation “TRINKBAR” die Pflege des natürlichen Wasserkreislaufs und seine Bedeutung für Mensch und Natur und arbeitet an unterschiedlichen Schnittstellen zur Natur, Vegetation und Landschaft.

Als studierte Bildende Künstlerin an der Muthesiushochschule in Kiel und mit nationaler Auszeichnung für Ihre bildhauerischen Arbeiten hat sich Insa Winkler, Jahrgang 1960 von Beginn an mit Landschaft auseinandergesetzt. Als Beobachterin von Kulturlandschaft in Ihrer Heimat Niedersachsen und im Ausland erweiterte sie den Begriff landart zu social land art, denn längst ist fast jedes Fleckchen Erde einer menschlichen Bestimmung  zugeführt.

geboren 1960 in Oldenburg, lebt und arbeitet in Hamburg und Hude.
1982-88 Studium an der Muthesiushochschule in Kiel bei Prof. Jan Koblasa
Studentenaustausch mit der Norwich School of Art,Norwich/GB
Mitbegründung der Produzentengalerie Prima Kunst e.V., Kiel (1986)
1999-2006 Mitbegründung und Vorsitzende des >slap e.V. social land art project
Seit 2006 MA Studiengang für Architektur und Umwelt, Universität Wismar

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Susanne Kuttner - flooded home 2003 (videostill)

Susanne Kutter (Berlin) www.susannekutter.de

weckt mit ihrer meditativen Videoarbeit “FLOODED HOME” sicher auch die eine oder andere Angst vor ungezügelter Wasserkraft

Als Ausgangspunkt für meine Installationen und Videoarbeiten verwende ich häufig das Sujet des Interieurs. Private Wohn- und Lebenswelten, die die Gemütsverfassung ihrer fiktiven Bewohner widerspiegeln, werden radikalen Prozessen der Bewegung und Zerstörung ausgesetzt. In der Arbeit ‘Flooded Home’ wird ein leeres Schwimmbecken als Wohnzimmer eingerichtet und anschließend geflutet. Von einem festen Standpunkt aus zeichnet eine Videokamera den Vorgang auf.
Zuerst verlieren zwei Stühle und ein Beistelltischchen aus Holz den Kontakt zum Boden. Im Wasserstrudel ziehen sie langsam ihre Bahn. Ein wuchtiger Schrank und die Couchgarnitur behaupten vorerst ihre Position. Der Esstisch schippert mit rot-weiß karierter Tischdecke und einem Strauß frischer Gerbera auf die andere Seite des Raumes und verkeilt sich dort mit dem Lehnstuhl. Der Fernseher gibt den Geist auf. Die große graue Auslegeware beginnt mit der Strömung sanft zu schweben.
Physikalische Kräfte gestalten ein Bild, in dem sich Zufall und Planung, Tragik und freudige Erregung sowie quälende Langeweile miteinander abwechseln.

Markus Lohmann (Hamburg) www.markus-lohmann.de

mit einer multisensorischen Rauminstallation die politischen Aspekte des Elements in einer ungleichen Welt visualisiert. Die Arbeiten reflektieren demnach das Wasser sowohl in seiner lebensspendenden als auch zerstörerischen Kraft.

Markus Lohmann (*Münster 1970) durchquert den öffentlichen Raum auf der Suche nach den verborgenen Regeln, die das Soziale formen und festlegen. Ohne Scheu vor angewandten Handwerkerfähigkeiten zersägt, zerschneidet und zerstört er das homogen auftretende Bild des Alltags um dessen sinnstiftenden Muster freizulegen. Küchenmöbel werden zersägt und zu Porträts wieder zusammengefügt, goldene Pilze befallen den White Cube, Räume werden dekonstruiert. Mit brachialer Gewalt tätowiert er filigran anmutende Bilder in die Betonwände eines Neubaus – Verweis auf den historischen Ort und sein Verschwinden. Ob er vergoldete Mauselöcher in der Brache eines zur Bebauung anstehenden Berliner Grundstücks versenkt oder seine ornamentalen Teppiche aus Waschbeton, Ziegel und Asphalt unverhofft Hamburger Straßen queren – Markus Lohmann überrascht und stellt Fragen an die Sinnzusammenhänge des öffentlichen Raumes.

Markus Lohmann hatte zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, unter anderem in St.Petersburg, Rennes (Fr), Lahore (Pak) und Zürich. Als Organisator und Mitbegründer betreut er das Projekt SKULPTURENPARK BERLIN_ZENTRUM in Berlin.

Stipendien
1999: Deutsch-Französisches Jugendwerk
2004: Stipendium der FHH Hamburg
2006: Stipendium Künstlerhäuser Worpswede

Markus Lohmann lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin.

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Ex-Wasserwerk Wilhelmsburg, Kurdamm 24

21107 Hamburg, Deutschland

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