ZEITFENSTER von David Hare | Harburger Theater

23. September 2009 | Von | Kategorie: Archiv, Bewegungsmelder, Theater, VORSCHAU

Harburg | MI 30 SEP 09 | 20 Uhr | Premiere | Harburger Theater im Helms-Museum | Vorstellungen bis 10. Oktober 2009 | Eintritt 12 – 24 Euro

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Peter Striebeck

Zeitfenster (Originaltitel: The Vertical Hour)

ist ein Drama des britischen Autors David Hare. Der Titel bezieht sich aus medizinischer Sicht auf den Moment zwischen dem Einschlag einer Bombe und dem Aufgeben der Hoffnung auf Lebensrettung … dem Moment in dem eine Chance auf Rettung besteht.

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Das Drama verlegt die Dreh- und Angelpunkte internationalen Konfliktpotentials geschickt in einen familiären Rahmen. Der Makrokosmos des Politischen wird eng geführt mit dem Mikrokosmos des Privaten.

Das Stück hat schon vor gut einem Jahr ( Sept. 2008 ) ebenfalls in der Regie von Ulrike Maack die Spielzeit in den Hamburger Kammerspielen eröffnet, auch Peter Striebeck ist wieder mit dabei.

ZEITFENSTER von David Hare  | Harburger Theater

  • Regie: Ulrike Maack ( von 1986 bis 1991 Regieassistentin von Peter Zadek am Deutschen Schauspielhaus )
  • Ausstattung: Lars Peter
  • Mit: Peter Striebeck, ehemaliger Intendant des Schauspielhauses, als Oliver.
    Katrin Gerken, Benjamin Kernen, Dominique Siassia und Jacob Weigert

www.harburger-theater.de/programm/spielplan.html

“In einer Zeit, in der Theater selten mehr will als unterhalten, ist Hares Stück auch eine Herausforderung fürs Hirn.” (The Guardian)

“Schnappschüsse aus dem Krieg und Laberflashs über moralische Verantwortung, das ist der Mix, aus dem Hares Stück zusammengequirlt ist”. (Spiegel online)

“… letztlich habe das Stück nicht mehr als “küchenpsychologische Binsenweisheiten” für schwierige Lebensfragen anzubieten.” (Frankfurter Rundschau)

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Spannende Wortgefechte mit gleichwertigen Argumenten

Die Protagonistin Nadia Blye, ehemals Kriegsberichterstatterin, nun Professorin für Politologie an einer renommierten amerikanischen Universität ist hin und her gerissen zwischen Bürgerlichkeit und Abenteuer in Krisengebieten, zwischen dem Folgen der eigenen Bestimmung und Anpassung.

Zwischen “political correctness” und ungehemmter Meinungsäußerung versucht sie für sich zu ergründen, ob sich das “Private” ausblenden, für einen größeren Sinn beiseite schieben lässt, oder ob der Ursprung allen Handelns nicht gerade im Privaten, Persönlichen begründet liegt.

Ihr Freund Philip möchte mit ihr ein paar Tage bei seinem Vater verbringen. Dieser Besuch stellt sich als sehr konfliktreich heraus. Sie begegnet im Laufe des Theaterabends verschiedenen Extremen, verkörpert durch einen versnobten Sohn schwerreicher Amerikaner (Dennis Dutton), ihren Freund (Philip Lucas), der vielleicht nicht so stark ist, wie er wirkt, seinen Vater (Oliver Lucas), der klare Ansichten und ein paar Geheimnisse in sich trägt, und schließlich Terry Scholes, die ihrem Herzen und ihren Ansichten einfach vertraut.

Welten prallen mit den wohl justierten Figuren aufeinander, amerikanischer Aktionismus hier, britische Gelassenheit da, deutlicher geht es nicht: Nadia, gerne auch süffisante Freud-Spötterin, hat trotz aller Vorbehalte aus ihren schockierenden Erfahrungen im ehemaligen Jugoslawien mit Präsident Bush diskutiert und für den Irak-Krieg votiert, weil sie die “Resultate unserer Gleichgültigkeit” an anderen Krisenherden dieser Welt gesehen hat, wie sie sagt.

Der Psychiater und Lebemann Oliver sah trotz aller offiziellen britischen Verbundenheit stets nur Kriegsgewinnler und die Vorhersehbarkeit humanitärer Katastrophen am außenpolitischen Horizont. In diesen unterschiedlichen Haltungen verkörpern die Figuren zeitgemäße Identitätsfragen und gestehen nach und nach eigene Defizite.

In “Zeitfenster” geht es David Hare nicht um den Irakkrieg, nicht um holzschnittartige Gegenüberstellungen amerikanischer und europäischer Politik. Stattdessen fragt Hare danach, wie die Vergangenheit unsere Werte, Entscheidungen und Positionen bestimmen und was für Konsequenzen daraus für jeden einzelnen entstehen.

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Harburger Theater

21073 Hamburg, Deutschland

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