FUNDUS Erhard Frommhold | Kunstverein Harburger Bahnhof

13. November 2009 | Von | Kategorie: Bewegungsmelder, Journal, VORSCHAU

Harburg | SA 14 NOV 09 ab 17 Uhr | Kunstverein Harburger Bahnhof | Vortrag & Dokumentarfilm über den Erfinder der FUNDUS-Reihe Erhard Frommhold

Frommhold

Erhard Frommhold

Stefan Richter berichtet über den Erfinder der FUNDUS-Reihe. Erhard Frommhold (1928-2007) war Lektor im VEB Verlag der Kunst Dresden. 1959 begründete er mit Ernst Fischers Buch “Von der Notwendigkeit der Kunst” die FUNDUS-Bücher, eben jene Reihe, die derzeit von Philo Fine Arts fortgesetzt wird.

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Harald Falckenberg kaufte 2009 die „Fundus”-Reihe der Europäischen Verlagsanstalt, den auf Kunsttheorie spezialisierten Verlag, um dessen unabhängige Arbeit wirtschaftlich abzusichern.

Stefan Richter, arbeitete von 1994 bis 1999 im Verlag der Kunst, Dresden, Berlin, Wien und entwickelte dort die Wiederaufnahme der FUNDUS-Reihe.

Vortrag über Erhard Frommhold

Im Anschluss wird ein Dokumentarfilm von Jutta Hercher gezeigt:
Besuch bei Erhard Frommhold. 60 Min. 2008

High Tea des Verlags Philo Fine Arts im Kunstverein Harburger Bahnhof,
(ehemaliger Wartesaal über Gleis 3+4), Hannoversche Str. 85, 21079 Hamburg

SA 14 NOV 09 ab 17 Uhr

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Erhard Frommhold

Ein Portrait von FIGARO-Autorin Eva Förster Porträt lesen

In den Regalen ungezählter DDR-Familien stehen die die handlichen Heftchen “Maler und Werk” neben dickleibigen Bänden mit Titeln wie “Kunst im Widerstand”, “Meißner Porzellan”, Majakowskis “Rostafenster”, “Die Brücke” oder Erstveröffentlichungen über Diego Rivera, Josef Hegenbarth, Otto Dix, Hieronymus Bosch, den jungen Picasso… Fast vierzig Jahre lang leitet Frommhold als Cheflektor die Geschicke des Verlages und wird so zu einem der führenden Kunstförderer der DDR.

Er umgeht die Zensur, indem er Bücher mit dem Verweis auf den persönlichen Geschmack mächtiger Parteifunktionäre durchdrückt oder sie unter dem Deckmantel von politischer Großereignisse veröffentlicht. So schafft er es zum Beispiel 1967, ein Buch über den russisch-sowjetischen Konstruktivisten El Lissitzky herauszubringen, der den Kunstrichtern der SED als formalistisch und dekadent gilt, indem er es dem 50. Jahrestag der “Großen Sozialistischen Oktoberrevolution” widmet.

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frommhold-ein-unerschoepfliches-themaBUCH | Erhard Frommhold – Ein unerschöpfliches Thema
Texte zur Kunst- und Kulturgeschichte Sachsens

Klappenbroschur,
316 Seiten
B 15,8 × H 23,5 cm

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Der Kunstwissenschaftler Frommhold baute seine Vorliebe für die regionale Kunst- und Kulturgeschichte sukzessive zu einem Forschungsgebiet demokratischer Traditionen des 20. Jahrhunderts aus und verfasste ein stattliches Konvolut von Aufsätzen, verstreut in Büchern, Zeitschriften und Katalogen.

Es war an der Zeit, solche publizistischen Arbeiten aus mehr als vier Jahrzehnten in einer Publikation zusammenzuführen, ihre Erkenntnisleistung weiterzugeben und die Erinnerung an das geistige und ethische Engagement dieses »Heimatforschers«, wie Erhard Frommhold sich selbst einmal nannte, wachzuhalten.

Von 1952 bis Ende 1991 war Frommhold Lektor im Verlag der Kunst Dresden, dessen Profil er mit der Wiederentdeckung des jüdischen Fotografen Helmar Lerski 1958, mit der ersten Monographie über den Konstruktivisten El Lissitzky, mit Büchern des fast vergessenen Wilhelm Fraenger über Jörg Ratgeb, Hieronymus Bosch und Matthias Grünewald und nicht zuletzt mit der legendären »Kunst im Widerstand« geprägt hat. Wegen dieses Bandes, 1968 erschienen, musste er seinen Posten als Cheflektor verlassen. Niemals zuvor war in einer DDR-Publikation die klassische Moderne repräsentativ, ohne das Stigma der »bürgerlichen Dekadenz«, zu besichtigen gewesen.

In all seinen Texten wandte sich der Kunstwissenschaftler Frommhold gegen die Plattitüden derer, die immer schon wussten, was Kunst ist, wie sie entsteht und was sie bezweckt. Stets versuchte er, in die autobiographische Erfahrung seiner Protagonisten einzutreten und die Motive ihres Handelns im zeitgeschichtlichen Kontext plausibel zu machen. Wie sich Lebensentwürfe konstituieren und in den Geschichtsprozess eintreten das hat ihn zeitlebens interessiert. Daher widmete sich Frommhold häufig der Kunst Sachsens, einen Kulturraum, dessen historische und geistige Implikationen dem in Altenburg geborenen Lektor nicht nur intellektuell nahe waren.

Die Lektüre dieser Aufsätze zieht den Leser in den Bann eines »sublimierten Bewusstseins«, das sich im Kunstwerk manifestiert, und vermittelt eine Vorstellung davon, wie sich Werk und Person wechselseitig beglaubigen.

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Der Verlag Philo Fine Arts

klassische Texte und Studien zur ikonografischen Tradition, Interviews und Künstlertexte, Publikationen der medientheoretischen Karlsruher Schule, Anthologien zu Performance, Minimal Art, Arte Povera, Studien zu Karikatur, Komik und Groteske, Fotografietheorie, Bilder der Revolutionsfotografie usw.

Philo Fine Arts | Buchveröffentlichungen

Harald Falckenberg kaufte 2009 die „Fundus”-Reihe der Europäischen Verlagsanstalt, ein auf Kunsttheorie spezialisierter Verlag, um dessen unabhängige Arbeit wirtschaftlich abzusichern.

Für die Auseinandersetzung mit den Denktraditionen der Kunst stehen nicht zuletzt die kompakten Bände der FUNDUS-Reihe, die in der “Frankfurter Rundschau” als “‘Andere Bibliothek’ der ästhetischen Theorie” tituliert wurde. Begleitet wird diese FUNDUS-Basisbibliothek von kunsttheoretischen und -historischen Monografien und aufwendig ausgestatteten Bildbänden, die die Schaulust befriedigen, ohne die gedankliche Klarheit der begleitenden Essays zu vernachlässigen.

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Kunstverein im alten Harburger Fernbahnhof,
Hannoversche Str. 85 (über den Gleisen 3+4)

21079 Hamburg, Deutschland

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