Sammlung Falckenberg

4. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Kultur-Locations

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Sammlung Falckenberg | Phoenix-Hallen  | Foto: Jens Ullheimer

Die Sammlung

Auf fünf Etagen und mehr als 6000 Quadratmetern für Sammlung und Ausstellungen geben offene Kunsträume den etwa 2.000 Arbeiten der zeitgenössischen Kunst einen angemessenen Platz. Die Sammlung ist in den Phoenix-Hallen in Hamburg-Harburg untergebracht und steht seit dem 1. Januar 2011 den Deichtorhallen als Dauerleihgabe zur Verfügung. 

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Bei dem Hamburger Kunstsammler HARALD FALCKENBERG gibt das Groteske, Politische und Provokative den Ton an. Seine Sammlung [ deutsche und amerikanische Gegenwartskunst der letzten 30 Jahre ] hat drei Schwerpunkte:

  • Erstens amerikanische Künstler um Richard Prince, John Baldessari, Paul McCarthy und Mike Kelley.
  • Zweitens die Deutschen Martin Kippenberger, Albert Oehlen, Werner Büttner, Georg Herold.
  • Und drittens, eher verspielt und poetisch, Dieter Roth und Öyvind Fahlström. Dann die nächste Generation um Jason Rhoades, Jonathan Meese und John Bock, die auf Werken dieser Künstler aufbaut, und auch Vorläufer, etwa Vito Acconci, Richard Artschwager, die Wiener Aktionisten und den Situationisten Guy Debord.

“Ein Schmuckstück für Hamburg – auch weil sie den denkbar größten Angriff auf den hanseatischen Geschmack darstellt. “Das Schöne, Gute und Wahre in der Kunst interessiert mich nicht besonders”, sagte Harald Falckenberg einmal, und der Müll, das Blut und die Geschlechtsglieder der Dauer- und Wechselausstellungen in den Harburger Phönixhallen singen davon ein Lied.”  [ TAZ - 11.08.2009 | Artikel lesen ]

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Die aktuelle Sonderausstellung

WIM WENDERS – Places, strange and quiet

Wim Wenders - East Germany Goerlitz 2006

Wim Wenders, Maler, Schauspieler, Schriftsteller und einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Filmemacher, hat zwischen 1983 und 2011 eine Serie großformatiger Fotografien von Orten auf der ganzen Welt geschaffen.

Mit nahezu 60 Arbeiten stellt die Ausstellung vom 14. April – 19. August 2012 das gesamte Spektrum von Wenders´ fotografischer Arbeit dar, von seinen ikonischen Außenaufnahmen und Gebäuden bis hin zu den Panoramaansichten. [ mehr Infos ]

ERÖFFNUNG / AUSSTELLUNGSDAUER

am Freitag, 13. April 2012 um 19 Uhr. Es spricht um 20.30 Uhr Dirk Luckow (Intendant der Deichtorhallen). Wim Wenders wird anwesend sein.

Ausstellung von 14. April bis 19. August 2012

ÖFFNUNGSZEITEN / FÜHRUNGEN

Ein Besuch der Sammlung Falckenberg ist nur innerhalb von Führungen möglich. Diese finden mittwochs und donnerstags um 18 Uhr, freitags um 17 Uhr sowie samstags und sonntags um 11 und 15 Uhr statt.

Eine Anmeldung ist erforderlich

und kann telefonisch oder über die Internetseite der Sammlung Falckenberg vorgenommen werden. Gruppen-Sonderführungen sind täglich nach Absprache möglich.

Anmeldung und Information unter www.sammlung-falckenberg.de
E-mail: email hidden; JavaScript is required
Telefon: 040-32506762

KATALOG

Places, strange and quiet

Von Wim Wenders,
Gestaltung von Matt Watkins
Englisch/Deutsch
124 Seiten,
37 farbige Abb.,
8 Klapptafeln
17,10 x 20,50 cm
gebunden mit Schutzumschlag

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Der Kunstsammler Harald Falckenberg,

geboren 1943, promovierter Jurist und Unternehmer ist eine der prägensten Persönlichkeiten des Hamburger Kunstlebens.

Er gilt als einer der wenigen großen Sammler von Kunst in Europa, der nicht nur seinen eigenen Sammlungsbestand ausstellt, sondern seit Jahren regelmäßig mit erheblichen privaten Finanzmitteln - teilweise überragende Kunstschauen ( Otto Muehl, Paul Thek etc. ) nach Hamburg holt und diesen einen individuellen Stempel aufdrückt. Neben überregional wirksamen Blockbustern, werden in Deutschland relativ unbekannte Positionen zeitgenössischer Kunst aus den U.S.A. präsentiert ( Wilson, Minter, Swansea ). Ergänzt wird das Programmportfolio durch die Konfrontation der Sammlung mit anderen privaten Sammlungen ( z.B. Goetz, München ) und interessante Ausstellungen von Positionen aus dem deutschen Kulturraum, wie jüngst Petrick, Lausen, Schulze und Lüthi.

“”Der bekannte Hamburger Sammler konzentriert sich auf unangepasste Kunst, “die vom unbedingten und unstrategischen Geist zivilen Ungehorsams beseelt ist.”" (TAZ 5.03)

“”Malerei muss „subversiv, grotesk, spielerisch und dennoch politisch-gesellschaftlich unterwandernd und poetisch“ sein, sagt Falckenberg. Das bedeutet auch Provokation.

Falckenberg sammelt nicht nur, er durchdringt die Kunst und seine Sammelleidenschaft auch intellektuell. In seinem  Essayband „Ziviler Ungehorsam“ unterscheidet er zwei Typen von Sammlern: erstens den „Sammler-Sammler“, für den der Prozess des Sammelns selbst maßgebend ist, der die Auseinandersetzung mit der Kunst und mit Galeristen sucht, der in der Szene verwurzelt ist, der sich für junge Künstler entscheidet, der Risiken – inklusive Fehleinkäufe – eingeht, der zu Geld ein entspanntes Verhältnis hat und der sich des zeitlich begrenzten Charakters seiner Sammlung bewusst ist.

Damit scheint sich Falckenberg auch selbst zu charakterisieren.”

SZ: Warum sammeln Sie Kunst?
Falckenberg: Kunst ist all das, was der Alltag nicht ist.Ich habe gelernt zu funktionieren, geschäftlich wie privat. Niemand möchte zu einem unroutinierten Zahnarzt oder zu einem unroutinierten Rechtsanwalt gehen. Als Verbraucher erwartet man einwandfreie Produkte. Die Kunst bietet ein ausgezeichnetes Gegengewicht zu Routinen aller Art. Mein öffentliches Engagement für Kunst und Künstler ermöglicht es mir, einen von mir selbst unabhängigen Beitrag zum besseren Verständnis unserer Gesellschaft zu leisten.

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Archive:

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Aus dem Maschinenraum der Kunst

Die Vorstellungen des traditionellen Kunstliebhabers von einer ungetrübten Freude am Werk werden im zeitgenössischen Diskurs durch die Fragestellung “Was sind die Rahmenbedingungen für Kunst, wie wird etwas Kunst?” wissenschaftstheoretisch attackiert.

cover photo: jens ullheimer

BUCHEMPFEHLUNG

Aus dem Maschinenraum der Kunst
von Harald Falckenberg

| Gebundene Ausgabe
| 375 Seiten
| Sprache: Deutsch
| 16,2 x 10,4 x 2,8 cm

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Mit seinen Aufzeichnungen “Aus dem Maschinenraum der Kunst” liefert Harald Falckenberg Belege für diese grundlegende Wende aus der Sicht eines Sammlers. Es geht um eine Sichtweise, die nicht das Kunstwerk, sondern den Künstler, die Bedeutung neuer Erkenntnisse der Hirnforschung und Psychoanalyse für die Kunst sowie den Einfluss des aktuellen Kunstbetriebs in den Mittelpunkt stellt. Der Band enthält darüber hinaus Portraitskizzen zu Werner Büttner, Hanne Darboven, Jonathan Meese, Klaus Staeck u.a., sowie ein Gespräch des Autors mit Hans Ulrich Obrist.

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Kooperation mit den Deichtorhallen Hamburg


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Jonathan Meese | Installationsphoto: Jens Ullheimer

Seit Jahren verfolgt Harald Falckenberg den Plan, seine auf 60 Millionen Euro geschätzte Sammlung, die bedeutendste an zeitgenössischer Kunst in Hamburg, der Stadt zu sehr günstigen Konditionen zu verkaufen.

Leider scheute der Senat bisher die Kosten, obwohl ihn dieser Ankauf weniger abverlangt, als die 30 Millionen, die er dem Ex-Springer Vorstand Peter Tamm für die Umwandlung seiner Schiffchensammlung in ein Privatmuseum geschenkt hat. Die Hamburger Kunsthalle hat abgewunken. Statt des Ankaufs wird ab 2011 eine Kooperation mit den Deichtorhallen realisiert.

Die Kunstsammlung Falckenberg bleibt dauerhaft in Hamburg

Hamburg, 20.12.2010 (dpa/lno)

Die Privatsammlung, die Werke der Kunst der Moderne und der zeitgenössischen Kunst umfasst, wird den Deichtorhallen als Dauerleihgabe überlassen. «Das ist ein echtes Weihnachtsgeschenk und für uns ein riesiger Zugewinn», sagte Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow am Montag.

Die 2009 mit dem Art-Cologne-Preis ausgezeichnete Sammlung war bislang in den Hamburger Phoenix-Hallen ( Harburg ) zu sehen. Dort lief der Vertrag allerdings aus. Das ehemalige Fabrikgebäude wird auch künftig als Ausstellungsgebäude genutzt und von den Deichtorhallen als Dependance betrieben.

Die Bürgerschaft hatte die Kooperation zwischen Deichtorhallen und Falckenberg-Sammlung in der vergangenen Woche beschlossen. Die jährlichen Zuschüsse sollen hierfür um 500 000 Euro erhöht werden. Zudem werden 70 000 Euro für eine neue Kuratorenstelle bereitgestellt. Die Vereinbarung tritt zum 1. Januar 2011 in Kraft. Falls die am 20. 2. 2011 neu zu wählende Bürgerschaft diesen Betrag dauerhaft bewilligt, soll daraus eine langfristige Leihgabe, zunächst bis zum Jahr 2023, werden.

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Rückblick:

Die Senatskanzlei stellt die Mittel zur Verfügung, um die Sammlung Falckenberg für Hamburg zu sichern und an die Deichtorhallen zu binden.

In den nächsten zwei Jahren ( 2011/12 ) sollen die Ausstellungsräume der Sammlung Falckenberg in Harburg Zuschüsse von 500 000 Euro jährlich für den Betrieb und 70 000 Euro jährlich für einen eigenen Kurator erhalten.

www.welt.de/die-welt/kultur/article10021151/Hamburg-bekennt-sich-zur-Sammlung-Falckenberg.html

Claudia Fregiehn, Sprecherin der Kulturbehörde, erklärt: “Wir planen, Investitionsmittel der Senatskanzlei zu verwenden. Da die Sammlung Falckenberg aber an die Deichtorhallen angebunden wird, befinden sich die Mittel dafür künftig auch in deren Haushalt. Es ist zusätzliches Geld, das nicht zulasten anderer Kultureinrichtungen geht.” [ DIE WELT ]

[ Ende 2010 ] allerdings scheiterte die Hamburger Koalition – und alles ist wieder offen. „Die Bürgerschaft wird jetzt erst im Herbst 2011 entscheiden können – unter neuer Regierung, die eventuell andere Prioritäten hat”, erklärt Harald Falckenberg im Monopol-Interview. „Persönlich belastet mich das allerdings nicht weiter.” Beim Scheitern des Projekts bliebe ihm immer noch die Option eines Privatmuseums – „auch wenn ich das längst nicht so spannend fände wie die Zusammenarbeit mit der Ausstellungshalle”, so Falckenberg. [ via MONOPOL Magazin | 15.12.10 ]

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Langfristig steht die Idee im Raum, die Sammlung mit Gebäudetrakt in eine Stiftung zu überführen. An diesem Konstrukt soll sich die Stadt Hamburg finanziell beteiligen.

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Ziviler Ungehorsam

[Falckenbergs Buch] ist ein durchgehend lesenswertes Plädoyer dafür, dass Sammeln nicht in erster Linie Kaufen heißt, sondern schlicht Neugier auf die komplexen Inhalte und Wissensgebiete, mit denen Kunst zu tun hat. [ Artnet Magazin, 23.01.2008 ]

“Was sind die Rahmenbedingungen für Kunst, wie wird etwas Kunst?” Es geht um eine Sichtweise, die nicht das Kunstwerk, sondern den Künstler, die Bedeutung neuer Erkenntnisse der Hirnforschung und Psychoanalyse für die Kunst sowie den Einfluss des aktuellen Kunstbetriebs in den Mittelpunkt stellt.

BUCHEMPFEHLUNG

Ziviler Ungehorsam| von Harald Falckenberg

| Statement-Reihe, Band 34
| 274 Gramm, broschiert
| 184 Seiten, 50 Abb.

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Harald Falckenberg erhält das Wort. Als “Collector”, der junge und unangepasste Kunst sammelt wie kein anderer. Als Richter, der Kunst und ihren Kontext heute kritisch beurteilt und – wenn nötig – auch verurteilt. Neben scharfsinnigen Berichten über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen im Kunstbetrieb beinhaltet dieser Band des in Hamburg lebenden Sammlers, Publizisten und Kunstvermittlers persönliche Stellungnahmen (Überblick der Sammlung, Interview mit Wilfried Dörstel) sowie leidenschaftliche Plädoyers für Künstler, die sich, wie der Autor, nicht davor scheuen, zivilen Ungehorsam zu leisten (Werner Büttner, Jonathan Meese, Paul McCarthy, Herbert Volkmann u.a.). Statements ohne Wenn und Aber.

TAZ | Brigitte Werneburg vom 14. Mai 2003 | Rezension lesen

Ein Kunstsammler, der behauptet, “ziviler Ungehorsam” stehe für zentrale Positionen seiner Erwerbungen, stehe für Werke von Künstlern, die sich nicht als Teil eines Systems verstünden, sondern der Angepasstheit und Willfährigkeit in unserer Gesellschaft Widerstand entgegensetzten, der freilich bewegt sich auf altbekannten, sehr traditionellen Wegen. Es gibt ihn also wieder, oder immer noch, den Künstler als gesellschaftlichen Außenseiter, dessen Werk, so Harald Falckenberg, “allein der Erkenntnis verpflichtet” sei, wie er im Fall des 33-jährigen Shooting Stars Jonathan Meese, einem seiner Favoriten, meint.

Seine eigene Haltung sucht er nun in einer aktuellen Publikation unter dem Begriff “Ziviler Ungehorsam. Kunst im Klartext” zu fassen. Doch sie bleibt in der Vielzahl der hier versammelten Artikel, Eröffnungsreden, Leserbriefen an die FAZ, Katalogbeiträgen und einem transkribierten Gespräch, höchst unklar.

Deutlicher wird die Faszination Falckenberg an Person und Lebensstil der immer männlichen Künstler, die er hofiert (u. a. Kippenberger, Oehlen, Mike Kelley, Paul McCarthy, Jason Rhodes, John Bock, Daniel Richter, Franz Ackermann oder Michel Majerus). Deutlich wird auch Falckenbergs Wunsch, sich als Stimme sowohl im kulturpolitischen wie im kunsttheoretischen Diskurs zu etablieren. Doch dazu mangelt es seiner Argumentation in jedem (einzeln nachzulesenden) Fall an Stringenz.

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Sammlung Falckenberg | Wilstorfer Straße 71 | Phoenix-Hallen / Hamburg-Harburg

21073 Hamburg, Deutschland

Sammlung Falckenberg [ netPlanet Harburg ]

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