Sammlung Falckenberg
4. Dezember 2009 | Von netsamurai | Kategorie: Kultur-Locations, schauraum
Sammlung Falckenberg | Phoenix-Hallen | Foto: Jens Ullheimer
Die Sammlung
Auf fünf Etagen und mehr als 6000 Quadratmetern für Sammlung und Ausstellungen geben offene Kunsträume der über 1000 Werke umfassenden Sammlung Falckenberg einen angemessenen Platz, konzipiert als permanente Ausstellung, die nur mit Führungen besichtigt werden darf.
—————-
Aktuelle Ausstellung
Die unheimlich, poetisch-surrealistisch Bilder der amerikanischen Künstlerin Ena Swansea treffen auf subversiv-hintergründige Arbeiten des finnischen Künstlers Robert Lucander [ mehr Infos ]
ERÖFFNUNG
am Freitag, 16. Dezember 2011 um 19 Uhr. Es sprechen um 20.30 Uhr Dirk Luckow (Intendant der Deichtorhallen), Harald Falckenberg und Miriam Schoofs (Kuratorin). Die Künstler sind anwesend.
KATALOG
PSYCHO – ENA SWANSEA UND ROBERT LUCANDER. Herausgegeben von Dirk Luckow. Mit Texten von Harald Falckenberg, Belinda Grace Gardner und Miriam Schoofs. 56 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Snoeck Verlag, Köln. 14,80 Euro.
BESUCH
Der Besuch der Ausstellung ist im Rahmen von Führungen möglich. Diese finden regelmäßig mittwochs und donnerstags um 18 Uhr, freitags um 17 Uhr sowie samstags und sonntags um 11 Uhr und 15 Uhr statt. Bitte beachten Sie:
Sammlungsferien 23. Dezember – 31. Dezember 2011
Führung am 25. Dezember, 15 Uhr
Führung am 1. Januar 2012, 15 Uhr
Ausstellung bis 25. MÄRZ 2012
Eine Anmeldung ist erforderlich und kann unkompliziert über die Internetseite der Sammlung Falckenberg vorgenommen werden. Buchungen von individuellen Gruppen-Sonderführungen für Schüler-, Studenten- und Erwachsenengruppen sind während der Ausstellungslaufzeiten jederzeit möglich.
Anmeldung und Information
Sammlung Falckenberg
Phoenix-Hallen
Wilstorfer Str. 71
21073 Hamburg-Harburg
Tel. +49 (0)40 3250 6762
www.sammlung-falckenberg.de
besuch(at)sammlung-falckenberg.de
—————-
Der Kunstsammler Harald Falckenberg,
geboren 1943, promovierter Jurist und Unternehmer.
“”Der bekannte Hamburger Sammler konzentriert sich auf unangepasste Kunst, “die vom unbedingten und unstrategischen Geist zivilen Ungehorsams beseelt ist.”" (TAZ 5.03)
“”Malerei muss „subversiv, grotesk, spielerisch und dennoch politisch-gesellschaftlich unterwandernd und poetisch“ sein, sagt Falckenberg. Das bedeutet auch Provokation.
Falckenberg sammelt nicht nur, er durchdringt die Kunst und seine Sammelleidenschaft auch intellektuell. In seinem Essayband „Ziviler Ungehorsam“ unterscheidet er zwei Typen von Sammlern: erstens den „Sammler-Sammler“, für den der Prozess des Sammelns selbst maßgebend ist, der die Auseinandersetzung mit der Kunst und mit Galeristen sucht, der in der Szene verwurzelt ist, der sich für junge Künstler entscheidet, der Risiken – inklusive Fehleinkäufe – eingeht, der zu Geld ein entspanntes Verhältnis hat und der sich des zeitlich begrenzten Charakters seiner Sammlung bewusst ist.
Damit scheint sich Falckenberg auch selbst zu charakterisieren.”
SZ: Warum sammeln Sie Kunst?
Falckenberg: Kunst ist all das, was der Alltag nicht ist.Ich habe gelernt zu funktionieren, geschäftlich wie privat. Niemand möchte zu einem unroutinierten Zahnarzt oder zu einem unroutinierten Rechtsanwalt gehen. Als Verbraucher erwartet man einwandfreie Produkte. Die Kunst bietet ein ausgezeichnetes Gegengewicht zu Routinen aller Art. Mein öffentliches Engagement für Kunst und Künstler ermöglicht es mir, einen von mir selbst unabhängigen Beitrag zum besseren Verständnis unserer Gesellschaft zu leisten.
—————-
Die Sammlung hat drei Schwerpunkte:
- Erstens amerikanische Künstler um Richard Prince, John Baldessari, Paul McCarthy und Mike Kelley.
- Zweitens die Deutschen Martin Kippenberger, Albert Oehlen, Werner Büttner, Georg Herold.
- Und drittens, eher verspielt und poetisch, Dieter Roth und Öyvind Fahlström. Dann die nächste Generation um Jason Rhoades, Jonathan Meese und John Bock, die auf Werken dieser Künstler aufbaut, und auch Vorläufer, etwa Vito Acconci, Richard Artschwager, die Wiener Aktionisten und den Situationisten Guy Debord. Vor kurzem habe ich eine größere Arbeit von Kelley gekauft.
“Ein Schmuckstück für Hamburg – auch weil sie den denkbar größten Angriff auf den hanseatischen Geschmack darstellt. “Das Schöne, Gute und Wahre in der Kunst interessiert mich nicht besonders”, sagte Harald Falckenberg einmal, und der Müll, das Blut und die Geschlechtsglieder der Dauer- und Wechselausstellungen in den Harburger Phönixhallen singen davon ein Lied.” [ TAZ - 11.08.2009 | Artikel lesen ]
————-
————-
Archive:
————-
Aus dem Maschinenraum der Kunst
Die Vorstellungen des traditionellen Kunstliebhabers von einer ungetrübten Freude am Werk werden im zeitgenössischen Diskurs durch die Fragestellung “Was sind die Rahmenbedingungen für Kunst, wie wird etwas Kunst?” wissenschaftstheoretisch attackiert.
cover photo: jens ullheimer
BUCHEMPFEHLUNG
Aus dem Maschinenraum der Kunst
von Harald Falckenberg
| Gebundene Ausgabe
| 375 Seiten
| Sprache: Deutsch
| 16,2 x 10,4 x 2,8 cm
Mit seinen Aufzeichnungen “Aus dem Maschinenraum der Kunst” liefert Harald Falckenberg Belege für diese grundlegende Wende aus der Sicht eines Sammlers. Es geht um eine Sichtweise, die nicht das Kunstwerk, sondern den Künstler, die Bedeutung neuer Erkenntnisse der Hirnforschung und Psychoanalyse für die Kunst sowie den Einfluss des aktuellen Kunstbetriebs in den Mittelpunkt stellt. Der Band enthält darüber hinaus Portraitskizzen zu Werner Büttner, Hanne Darboven, Jonathan Meese, Klaus Staeck u.a., sowie ein Gespräch des Autors mit Hans Ulrich Obrist.
————-
Kooperation mit den Deichtorhallen Hamburg

Jonathan Meese | Installationsphoto: Jens Ullheimer
Seit Jahren verfolgt Harald Falckenberg den Plan, seine auf 60 Millionen Euro geschätzte Sammlung, die bedeutendste an zeitgenössischer Kunst in Hamburg, der Stadt zu sehr günstigen Konditionen zu verkaufen.
Leider scheute der Senat bisher die Kosten, obwohl ihn dieser Ankauf weniger abverlangt, als die 30 Millionen, die er dem Ex-Springer Vorstand Peter Tamm für die Umwandlung seiner Schiffchensammlung in ein Privatmuseum geschenkt hat. Die Hamburger Kunsthalle hat abgewunken. Statt des Ankaufs wird ab 2011 eine Kooperation mit den Deichtorhallen realisiert.
Die Kunstsammlung Falckenberg bleibt dauerhaft in Hamburg
Hamburg, 20.12.2010 (dpa/lno)
Die Privatsammlung, die Werke der Kunst der Moderne und der zeitgenössischen Kunst umfasst, wird den Deichtorhallen als Dauerleihgabe überlassen. «Das ist ein echtes Weihnachtsgeschenk und für uns ein riesiger Zugewinn», sagte Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow am Montag.
Die 2009 mit dem Art-Cologne-Preis ausgezeichnete Sammlung war bislang in den Hamburger Phoenix-Hallen ( Harburg ) zu sehen. Dort lief der Vertrag allerdings aus. Das ehemalige Fabrikgebäude wird auch künftig als Ausstellungsgebäude genutzt und von den Deichtorhallen als Dependance betrieben.
Die Bürgerschaft hatte die Kooperation zwischen Deichtorhallen und Falckenberg-Sammlung in der vergangenen Woche beschlossen. Die jährlichen Zuschüsse sollen hierfür um 500 000 Euro erhöht werden. Zudem werden 70 000 Euro für eine neue Kuratorenstelle bereitgestellt. Die Vereinbarung tritt zum 1. Januar 2011 in Kraft. Falls die am 20. 2. 2011 neu zu wählende Bürgerschaft diesen Betrag dauerhaft bewilligt, soll daraus eine langfristige Leihgabe, zunächst bis zum Jahr 2023, werden.
————-
Ausstellungen unter der Regie der Sammlung Falckenberg werden auch weiterhin in den Phoenix-Hallen stattfinden.
Die für 2011 geplante Retrospektive Hanne Darboven wird jedoch auf 2012 verschoben. Am 28. April 2011 allerdings – zum 70. Geburtstag von Hanne Darboven – wurde die Einrichtung / Eröffnung eines ständigen Darboven-Schauraums in den Räumlichkeiten der Sammlung von Harald Falckenberg bestätigt.
Im Sommer 2011 [ 29.06.2011 - 28.08.2011 ] treffen in den Deichtorhallen ausgewählte Exponate der Falckenberg- und der in Essen ansässigen Olbricht-Sammlung aufeinander.
————-
Rückblick:
Die Senatskanzlei stellt die Mittel zur Verfügung, um die Sammlung Falckenberg für Hamburg zu sichern und an die Deichtorhallen zu binden.
In den nächsten zwei Jahren ( 2011/12 ) sollen die Ausstellungsräume der Sammlung Falckenberg in Harburg Zuschüsse von 500 000 Euro jährlich für den Betrieb und 70 000 Euro jährlich für einen eigenen Kurator erhalten.
www.welt.de/die-welt/kultur/article10021151/Hamburg-bekennt-sich-zur-Sammlung-Falckenberg.html
Claudia Fregiehn, Sprecherin der Kulturbehörde, erklärt: “Wir planen, Investitionsmittel der Senatskanzlei zu verwenden. Da die Sammlung Falckenberg aber an die Deichtorhallen angebunden wird, befinden sich die Mittel dafür künftig auch in deren Haushalt. Es ist zusätzliches Geld, das nicht zulasten anderer Kultureinrichtungen geht.” [ DIE WELT ]
[ Ende 2010 ] allerdings scheiterte die Hamburger Koalition – und alles ist wieder offen. „Die Bürgerschaft wird jetzt erst im Herbst 2011 entscheiden können – unter neuer Regierung, die eventuell andere Prioritäten hat”, erklärt Harald Falckenberg im Monopol-Interview. „Persönlich belastet mich das allerdings nicht weiter.” Beim Scheitern des Projekts bliebe ihm immer noch die Option eines Privatmuseums – „auch wenn ich das längst nicht so spannend fände wie die Zusammenarbeit mit der Ausstellungshalle”, so Falckenberg. [ via MONOPOL Magazin | 15.12.10 ]
————-
Langfristig steht die Idee im Raum, die Sammlung mit Gebäudetrakt in eine Stiftung zu überführen. An diesem Konstrukt soll sich die Stadt Hamburg finanziell beteiligen.
———————————————————————–
Ziviler Ungehorsam
[Falckenbergs Buch] ist ein durchgehend lesenswertes Plädoyer dafür, dass Sammeln nicht in erster Linie Kaufen heißt, sondern schlicht Neugier auf die komplexen Inhalte und Wissensgebiete, mit denen Kunst zu tun hat. [ Artnet Magazin, 23.01.2008 ]
“Was sind die Rahmenbedingungen für Kunst, wie wird etwas Kunst?” Es geht um eine Sichtweise, die nicht das Kunstwerk, sondern den Künstler, die Bedeutung neuer Erkenntnisse der Hirnforschung und Psychoanalyse für die Kunst sowie den Einfluss des aktuellen Kunstbetriebs in den Mittelpunkt stellt.
Ziviler Ungehorsam| von Harald Falckenberg
| Statement-Reihe, Band 34
| 274 Gramm, broschiert
| 184 Seiten, 50 Abb.
Harald Falckenberg erhält das Wort. Als “Collector”, der junge und unangepasste Kunst sammelt wie kein anderer. Als Richter, der Kunst und ihren Kontext heute kritisch beurteilt und – wenn nötig – auch verurteilt. Neben scharfsinnigen Berichten über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen im Kunstbetrieb beinhaltet dieser Band des in Hamburg lebenden Sammlers, Publizisten und Kunstvermittlers persönliche Stellungnahmen (Überblick der Sammlung, Interview mit Wilfried Dörstel) sowie leidenschaftliche Plädoyers für Künstler, die sich, wie der Autor, nicht davor scheuen, zivilen Ungehorsam zu leisten (Werner Büttner, Jonathan Meese, Paul McCarthy, Herbert Volkmann u.a.). Statements ohne Wenn und Aber.
TAZ | Brigitte Werneburg vom 14. Mai 2003 | Rezension lesen
Ein Kunstsammler, der behauptet, “ziviler Ungehorsam” stehe für zentrale Positionen seiner Erwerbungen, stehe für Werke von Künstlern, die sich nicht als Teil eines Systems verstünden, sondern der Angepasstheit und Willfährigkeit in unserer Gesellschaft Widerstand entgegensetzten, der freilich bewegt sich auf altbekannten, sehr traditionellen Wegen. Es gibt ihn also wieder, oder immer noch, den Künstler als gesellschaftlichen Außenseiter, dessen Werk, so Harald Falckenberg, “allein der Erkenntnis verpflichtet” sei, wie er im Fall des 33-jährigen Shooting Stars Jonathan Meese, einem seiner Favoriten, meint.
Seine eigene Haltung sucht er nun in einer aktuellen Publikation unter dem Begriff “Ziviler Ungehorsam. Kunst im Klartext” zu fassen. Doch sie bleibt in der Vielzahl der hier versammelten Artikel, Eröffnungsreden, Leserbriefen an die FAZ, Katalogbeiträgen und einem transkribierten Gespräch, höchst unklar.
Deutlicher wird die Faszination Falckenberg an Person und Lebensstil der immer männlichen Künstler, die er hofiert (u. a. Kippenberger, Oehlen, Mike Kelley, Paul McCarthy, Jason Rhodes, John Bock, Daniel Richter, Franz Ackermann oder Michel Majerus). Deutlich wird auch Falckenbergs Wunsch, sich als Stimme sowohl im kulturpolitischen wie im kunsttheoretischen Diskurs zu etablieren. Doch dazu mangelt es seiner Argumentation in jedem (einzeln nachzulesenden) Fall an Stringenz.
————-
Insite Harburg Magazin Archive:
Die folgenden Artikel könnten Sie auch interessieren:
- Jonathan Meese | Vaterraum DADDY | Sammlung Falckenberg Jonathan Meese versteht sich als untrennbaren Teil seines Kunstwerks "Vaterraum...
- ANDREAS SCHULZE – Interieurs | Sammlung Falckenberg Harburg | DO 6 MAI 10 Eröffnung von 18 -...
- MARilYN MINTER – Green Pink Caviar | Sammlung Falckenberg Harburg | FR 29 APR 11 | Eröffnung ca. 19-22...
- OTTO MUEHL Retrospektive | Sammlung Falckenberg Jenseits von Zucht und Ordnung | Überblick über verschiedene Schaffensphasen...
- Paul Thek | Sammlung Falckenberg 350 Werke des amerikanischen Kultkünstlers waren bis zum 15. Oktober...



Wilhelmsburg | DO 09 FEB 12 | Bürgerhaus 19.30 Uhr | Klassisches Konzert: Wolfgang Amadeus Mozart / Anton Webern / Franz Schubert | Eintritt: 15€ | Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt.
Harburg | DIE 07 FEB 12 | Stellwerk 21h | The Doppelgangaz [ New York City ] | Konzert: Oldschool Hip Hop der 90er | 12,- | Easy Jazzy Dope-Flow für Leute, die in den 90ern MC Solaar und Jazzmatazz gut fanden. Passt eigentlich gut als Sommer-Cruising-Soundtrack. Kommt daher wie eine permanente ( textlich explizite ) Verarschung von Jazzy Jeff & The Fresh Prince.
Hamburg | DO 02 FEB 12 | Deichtorhallen Eröffnung 19 Uhr | Fotografie-Ausstellung bis 15. April 2012 | Das Haus der Photographie der Deichtorhallen würdigt den 88jährigen Fotografen und Maler Saul Leiter in einer weltweit ersten großen Retrospektive. Die Ausstellung umfasst mehr als 400 Arbeiten.


