AELITA – Königin des Mars | PASSIERZETTEL | Pony Bar

2. Februar 2010 | Von netsamurai | Kategorie: Bewegungsmelder, Konzerte, VORSCHAU

Hamburg | SO 07 FEB 10 | Pony Bar 21.30 Uhr | Film: “Aelita – Königin des Mars” (1924) | live vertont von der Band Passierzettel | Eintritt frei

Poster Aelita (1927),von Izrail Bograd

Die Psychedelektroniker und Improvisationsmusiker der Hamburger Band Passierzettel vertonen live den russischen Stummfilm “Aelita – Königin des Mars” (1924), ein frühes Meisterwerk der Science Fiction, in dem sich eine außerirdische Schönheit durchs Fernglas in einen Erdenbürger verliebt und eine Gruppe aufrechter Bolschewisten das Proletariat des Roten Planeten befreit!

Gastmusikerin: Trautonia Capra (Theremin)

Theremin | Dass 1919 von dem russischen Physikprofessor Lev Sergejewitsch Termen entwickelte Instrument wird als das erste elektronisch benutzbare Musikinstrument angesehen und ohne Berührung gespielt.

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PASSIERZETTEL | www.passierzettel.de

Thomas Siebert [Gitarre, Keyboard, Mixdown] Martin Pozdrowicz [Drums, Percussion, diverse Elektronik] Thomas Piesbergen [Stimme, Sampling, Effekte, diverse kleine Instrumente]

AUDIO | TOTAL CONTROL aus Electric Phantoms (2006)

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

www.passierzettel.de
www.myspace.com/passierzettel

Der Bandname ist dem Straßennamen ‘Passierzettel’ in Hamburg-Veddel entlehnt. An dieser Straße mussten die AuswanderInnen im 19. Jahrhundert ihre Passierscheine bzw. Passierzettel vorweisen, um auf die EmigrantInnen-Schiffe im Hamburger Freihafen zu gelangen. Das Passierzettel-Studio befand sich 11 Jahre in dieser Straße.

Seit der Gründung ist die psychedelische und grooveorientierte Improvisation in der Tradition von Bands wie Can oder Embryo das grundlegende Konzept, dazu gesellen sich Einflüsse aus dem New Wave, zeitgenössischem Dub, elektronischer Tanz- und Experimentalmusik, sowie World- und Ambientmusic.

Das Ergebnis ist ein unverwechselbarer und sehr komplexer eigener Sound. Das verwendete Instrumentarium reicht von Samplern und Computern über die klassischen Rockinstrumente bis zu Kindertröten und “Ethno-Instrumenten”. Unter Studiobedingungen, die auch oft bei Konzerten genutzt werden, entstehen atmosphärisch dichte Songs und hypnotische Klanglandschaften, mit üblichem Live-Aufbau entfalten sich die Improvisationen meist zu kraftvollen psychedelischen Grooves.

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Ein Science-Fiction-Spektakel namens Aelita |  wikipedia.org/wiki/Aelita_(Film)

Besonderer Reiz durch die expressionistischen Science-Fiction-Kulissen (Bühnenbild von Isaak Rabinowitsch). Der Film hatte Einfluss auf spätere futuristische Spielfilme, darunter die US-amerikanischen Serien Flash Gordon und Buck Rogers aus den 30er Jahren sowie Metropolis von Fritz Lang von 1927.

Aelita erschien 1924, produziert von Mezhrabpom-Russ, der Filmabteilung von Willi Münzenbergs Komintern-Medienimperium. Aelita stellte eine schräge Kombination des „alten” bürgerlichen Kinos mit den von den jungen KonstruktivistInnen entwickelten neuen Techniken dar. Im Wesentlichen war er Produkt zweier anti-bolschewistischer Exilanten: Alexei Tolstoi, auf dessen Roman der Film basierte, und Jakov Protazanov, ein profilierter Macher „dekadenter” Filme in den letzten Jahren des Zarenreichs.

In Kurzfassung: Ein junger Ingenieur und ein ehemaliger Soldat der Roten Armee erhalten eine Nachricht vom Mars und befreien die MarsbewohnerInnen von einem unterdrückerischen Regime. Daraufhin reißt die Königin des Mars, die zu Beginn die Erdlinge gerufen hatte, die Macht an sich und wird zu einer marsianischen Bonaparte-Figur. Am Ende wacht der Ingenieur auf – es war natürlich nur ein Traum.

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VIDEO | AELITA ( Ausschnitt )

http://www.vimeo.com/2880033

| Kompletten Film auf youtube in 9 Teilen ansehen

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In Aelita haust der marsianische Despotismus, der von den Erdlingen schließlich gestürzt wird, in einer der ersten konstruktivistisch gebauten Landschaften. Das Bühnenbild von Isaak Rabinowitsch, eine skurrile futuristische, hieratische Welt, bestehend aus scharfen, gläsernen Vielecken, ist selbst 85 Jahre später noch beeindruckend. Alexandra Exners Kostüme verliehen dem Geschehen eine anorganische Sexualität und den Körpern selbst eine befremdliche Kantigkeit, die nicht ohne sexuelle Schauder blieb.

Tatsächlich zeigt die Vorwegnahme der Schlock-Ästhetik in der Darstellung von Robotern und Marsmenschen in Aelita, dass B-Movies und Cyberpunk ihre Wurzeln – anders, als es uns die Kalte- Kriegs-Interpretation des Konstruktivismus weismachen will – in der Ästhetik der UdSSR haben. Das große Budget und die Mitarbeit von früheren „Weißen” russischen Exilanten führten dazu, dass Aelita vom harten marxistischen Flügel der Avantgarde verachtet wurde. [ via links.net ]

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Pony Bar, Allendeplatz 1, Univiertel Hamburg

20146 Hamburg, Deutschland

www.ponybar.de

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