ELLING | Harburger Theater

6. Februar 2010 | Von netsamurai | Kategorie: Bewegungsmelder, Theater, VORSCHAU

Harburg | DIE 16 FEB 10 | Harburger Theater im Helms-Saal 20 Uhr | ELLING eine Tragikkomödie | Premiere | Aufführungen bis 21 FEB 10

ELLING [ Foto: Joachim Hiltmann ]

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ELLING – Eine Tragikkomödie

von Axel Hellstenius (unter Mitwirkung von Petter Naess) nach dem Roman BLUTSBRÜDER des in Hamburg lebenden Romanciers Ingvar Ambjørnsen | Die Geschichte eines Mannes, der auszieht, das Fürchten zu verlernen und dabei die Poesie entdeckt

Premiere 16. Februar 2010 | Vorstellungen bis 26. Februar 2010

  • Elling – Boris Aljinovic
  • Kjell Bjarne – Peter Theiss
  • u.a. Frank – Hans Jörg Frey
  • Reidun und alle anderen Frauenrollen – Imke Trommler
  • Regie – Michael Bogdanov
  • Ausstattung – Sean Crowley

Das Stück lief in der oben genannten Besetzung bereits erfolgreich in den Hamburger Kammerspielen.

“Rasender Erfolg für “Elling” an den Kammerspielen(…) Boris Aljinovic und Peter Theiss ziehen in der Regie von Michael Bogdanov gekonnt alle Register von Komik und Slapstick.” [ Hamburger Abendblatt ]

Elling, der sich selbst als Muttersöhnchen bezeichnet, neigt zu Übertreibungen jeder Art, ist besserwisserisch, eigenwillig und dabei sehr ängstlich. Selbst ein klingendes Telefon empfindet er schon als Bedrohung, gegen die er sich zur Wehr setzen muss. Sein Freund und „Blutsbruder” Kjell Bjarne hingegen verfolgt mit stoischer Hartnäckigkeit die zwei großen Interessen seines Lebens: Essen und (endlich!) Sex mit einer Frau haben.

Um die beiden neurotischen Helden nach der Entlassung aus der Psychiatrischen Klinik wieder in die “normale” Gesellschaft einzugliedern hat ihnen das Sozialamt eine schöne Drei-Zimmer-Stadtwohnung besorgt und den Sozialarbeiter Frank Asli an die Seite gestellt. Nach anfänglichen Katastrophen und einigen emotionalen Krisen entwickeln die beiden aber tatsächlich Spaß am Leben “draußen”. Als Kjell Bjarne endlich eine Frau kennen lernt – sie fällt ihm am Weihnachtsabend sturzbetrunken und hochschwanger vor die Füße – gerät ihr mühsam geordnetes Leben auf einmal aus den Fugen und nichts ist mehr wie es war…

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BUCH | Elling: Alle vier Romane in einem Band (Broschiert)
von Ingvar Ambjörnsen (Autor), Gabriele Haefs (Übersetzer)

| 879 Seiten
| Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (10. Juni 2008)
| Sprache: Deutsch

| kaufen bei amazon

Ingvar Ambjørnsen, geboren 1956 im südnorwegischen Tonsberg, war Schriftsetzer, Gärtner, Fabrikarbeiter und Pfleger in einer psychiatrischen Klinik. Der Autor lebt seit 1985 zusammen mit seiner Frau und Übersetzerin Gabriele Haefs in Hamburg. 1996 erhielt Ingvar Ambjörnsen den Brage-Preis des Norwegischen Verlegerverbandes.Gabriele Haefs ist Skandinavistin und preisgekrönte Übersetzerin und Autorin. Sie erhielt den Deutschen Jugendliteraturpreis, Sonderpreis 2008 für das Gesamtwerk ihrer kinderliterarischen Übersetzungen.

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VIDEO | Elling in den Hamburger Kammerspielen 2009/2010 [ 3sat ]

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Kjell Bjarne und Elling sind nicht ganz von dieser Welt.

Sie leiden unter Ängsten und Phobien, weshalb sie zwei Jahre lang in einer psychiatrischen Anstalt in Broynes verbrachten und sich dort ein Zimmer teilten. Das verrückte Duo soll nun resozialisiert werden und man entscheidet, ihnen eine eigene Wohnung zu geben, um im Alltag die letzten Blockaden für ein einigermaßen eigenständiges Leben zu lösen…

Kjell Bjarne isst gern und träumt unentwegt vom Sex, ansonsten ist er eher schweigsam. Viel mehr ist mit ihm nicht los, die Welt draußen kennt er nur vom Hörensagen. Der Halbwaise Elling selbst hat auch nicht gerade viel erlebt, denn er verbrachte bis zu seinem 36sten Lebensjahr die Zeit in trauter Zweisamkeit mit seiner Mutter. Als diese starb, stürzte sein Lebensgefüge ein:

„Es war einfach Schluss mit den stillen Stunden, in denen wir beim Tee saßen. Stattdessen gab es Gesprächsgruppen in Broynes. Du musst dich öffnen, haben sie gesagt. Und ich musste einmal die Woche den Flur putzen. Seltsamerweise gefiel mir diese Arbeit und es war eine Ehrensache, dass der Boden glänzte, wenn Elling am Werk gewesen war.”

Elling philosophiert lieber über die Welt, anstatt in ihr zu leben und füllt sie mit ausgedachten, fantasiereichen Erlebnisgeschichten. Kjell Bjarne kann nicht genug davon hören und saugt sie gierig als Wahrheit auf. So sind Elling und Kjell Bjarne zwar völlig unterschiedlich in ihrer Struktur, werden aber doch zu einer Art Symbiose.

Kjell Bjarne: Ich würde ficken nie satt kriegen.
Elling: Das sagen alle.
Kjell Bjanre: Ich würde … niiiie… oh Scheiße, weißt Du, was ich mir zum Geburtstag wünsche?
Elling: Klar doch, Kjell Bjarne. Schade nur, dass wir in Norwegen leben, sonst hätte ich dir da behilflich sein können. Ich war doch auch mal in dem Geschäft tätig. Früher.
Kjell Bjarne: Dann erzähl doch!
Elling: Das war purer Zufall. Ich bin durch die Staaten getrampt und dabei in einem besseren Bordell in New Orleans gelandet. Und da hab ich die Negerinnen derart beeindruckt, dass die glatt das Kassieren vergessen haben. Ja, die wollten mich wirklich nicht gehen lassen.
Kjell Bjanre: Oh Scheiße, ist das wirklich wahr?
Elling: Wahr? Glaubst du, ich lüge? Hab ich Dich jemals vielleicht schon belogen
Kjell Bjarne: Erzähl noch mehr, Elling….

Und mit einem Mal ist Schluss mit der Fürsorge und dem bequemen Alltagstrott in der Anstalt. Ab jetzt beginnt für sie das Abenteuer Alltag. Sie bekommen eine Zweizimmerwohnung und – zwar begleitet und unterstützt vom Sozialarbeiter Frank – müssen sich um alles selber kümmern: Putzen, Einkaufen, Essen besorgen, Telefonieren, Menschen kennen lernen….

Elling, der allein beim bloßen Gedanken an neue, soziale Kontakte und Kommunikation einen Schweißausbruch bekommt, beschließt auch gleich die Aufgabenverteilung: er wird sich um den Haushalt kümmern und Kjell Bjarne soll die außerhäuslichen Angelegenheiten erledigen, denn Expeditionen in den Supermarkt oder – Gipfel der Aufregung – ein Restaurantbesuch sind für ihn der reine Horror.

Was noch niemand weiß, die Stadt hat einen neuen Dichter

Während für Elling also allein schon der Gang zum Telefon eine mittelschwere Katastrophe bedeutet, fängt Kjell Bjarne an, sich neben seinen Sexphantasien und seiner Essenslust auch für die schwangere Nachbarin Reidun zu interessieren, die sie am Weihnachtsabend total betrunken vor ihrer Haustür gefunden haben. Sie schleppen sie in Reiduns Wohnung. Elling geht zurück und Kjell Bjarne beschließt, bei ihr zu bleiben, bis sie wieder zu sich gekommen ist.

Elling ist nun eine kleine Weile allein in der Wohnung und fängt an – aus einer Einsamkeit heraus – laut vor sich hinzudichten und ist dann selbst ganz entzückt über seine poetische Ader.

„Elling”, entstanden nach dem Roman „Blutsbrüder” von Ingvar Ambjørnsen, war das Filmereignis des Jahres 2001 in Norwegen und wurde im darauf folgenden Jahr für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert.

[ Filmheft ELLING ansehen | Bundeszentrale für politische Bildung / pdf-file ansehen ]

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Harburger Theater, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg

21073 Hamburg, Deutschland

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