Vor 90 Jahren | Kapp-Putsch 1920 Harburg
7. März 2010 | Von netsamurai | Kategorie: Allgemeines, Bewegungsmelder, Journal, VORSCHAUHarburg | MO 15 MRZ 10 | Vortrag von Dr. Christian Gotthardt und Diskussion | Kulturwerkstatt 19.30 Uhr | Eintritt frei

Kapp-Putschisten in Berlin
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Am 13. März 1920 putschten in Berlin Militärverbände gegen die gewählte Regierung. Dagegen wurde im gesamten Reich der Generalstreik ausgerufen. Auch in Harburg tauchte die sogenannte „Eiserne Schar” auf. Ein Freikorpsverband unter der Führung von Hauptmann Bertold. Bewaffnete Arbeiter und Soldaten leisteten Widerstand.
Die mit Waffen ausgetragenen Harburger Auseinandersetzungen forderten auf beiden Seiten Tote und Verletzte. Besonders um den Tod von Fliegerhauptmann Berthold ( aufgrund der 44 Luftsiege, die er während des Ersten Weltkrieges erzielte, wurde er zu einem der legendären Fliegerasse wie von Richthofen 80 Siege stilisiert ) gibt es bis heute in sowohl Harburg als auch im Internet kontroverse Auseinandersetzungen.
Gedenken an die Opfer
Neuer Friedhof Harburg, Bremer Straße 236, Kriegsgräberstätte
Zwischen den Kriegsgräbern für 239 gefallene Soldaten des Ersten Weltkriegs und 241 gefallene Soldaten des Zweiten Weltkriegs befindet sich ein Gedenkstein, der nicht zur Kriegsgräberstätte gehört: Dieser Stein ist dem Hauptmann Berthol wikipedia.org/Rudolf_Berthold gewidmet, der 1920 versucht hatten, dem rechtsextremen Kapp-Putsch in Hamburg zum Sieg zu verhelfen und dabei erschlagen wurde. Dort heißt es: „Naer Oostland wyllen wy ryden”.
Auf Beschluss aller Parteien in der Bezirksversammlung Hamburg-Harburg im Jahr 2007, wurde an der Schule Woellmerstraße in Hamburg-Heimfeld eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer des “Harburger Blutsonntags” angebracht.
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Der Kapp-Putsch de.wikipedia.org/wiki/Kapp-Putsch
vom 13. März 1920 war ein nach fünf Tagen gescheiterter, rechtsgerichteter Putsch gegen die Weimarer Republik, der von Wolfgang Kapp und Walther von Lüttwitz mit Unterstützung von Erich Ludendorff angeführt wurde.
Er brachte Deutschland an den Rand eines Bürgerkrieges und zwang die Reichsregierung zur eintägigen Flucht nach Dresden und für vier Tage nach Stuttgart. Die meisten Putschisten waren aktive oder ehemalige Angehörige des deutschen Heeres, insbesondere der Marine-Brigade Ehrhardt aus Döberitz sowie Mitglieder der Deutschnationalen Volkspartei. Der Putsch richtete sich gegen die von SPD, Zentrum und DDP getragene Regierung unter Gustav Bauer.
Gründe für den Putsch waren die negative Einstellung gegenüber der Republik sowie die Frustration vieler ehemaligen Soldaten, die nach Ende des 1. Weltkrieges in etwa 120 Freikorps organisiert waren. Außerdem drohte gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages die Entwaffnung und Entlassung aus den militärischen Verbänden, da die zu diesem Zeitpunkt etwa 250.000 Mann umfassende Reichswehr auf 100.000 verringert werden sollte.
Die Reichsregierung selbst bemühte sich, den Abbau der bewaffneten Kräfte hinauszuzögern, denn sie sah sich auf die Truppen angewiesen, um der heftigen sozialen Unruhen im Reich Herr zu werden. So endeten etwa im Januar 1920 vor dem Reichstag Auseinandersetzungen um das Betriebsrätegesetz gewaltsam.
Die Regierung Bauer versuchte zwar, die Erfüllung der Bestimmungen des Versailler Vertrages abzuschwächen, gleichwohl musste sie ihm im Wesentlichen entsprechen. Am 10. Januar 1920 trat er in Kraft. Große Teile des Offizierskorps der Reichswehr und die Angehörigen der paramilitärischen und rechtsorientierten Verbände wollten die Reduzierung der Reichswehr – und damit ihre Entlassung – nicht hinnehmen.
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VIDEO | Die Zwanziger Jahre: Kapp-Putsch, Arbeiterkämpfe und kommunistische Aufstände [ TV-Dokumentation PHOENIX ]
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Der Harburger Blutsonntag ( 15. März 1920 )
Es war gerade der Tag, an dem der “Kapp-Putsch” war. Daraufhin streikten sämtliche Verkehrsmittel. In Fischbek hatten sich die Kommunisten versammelt mit Gewehren, sie sahen gefährlich aus, sie wollten bei Harburg organisierten Truppen entgegentreten, die dann ja auch tatsächlich in den nächsten Tagen ihrer Waffen entledigt wurden, und der Hauptmann Berthold auf das Grausamste gelyncht wurde, bis er schließlich unter Fußtritten starb. ( Tagebuchaufzeichungen zum Kapp-Putsch 1920 von Walter Stachow, geb. 1. Mai 1897 in Bergedorf )
www.kollektives-gedaechtnis.de/texte/weimar/kapp_putsch.html
Am 13. März 1920 begann der Kapp-Putsch. Berthold sah den erwarteten Putsch als zu verfrüht an, meinte aber zu seinen Offizieren: „Wir haben versprochen, die gerechte Sache zu unterstützen und werden das auch tun.” Der Plan, mit der Truppe von Stade aus mit dem Zug nach Altona zu fahren um sich dort den Putschisten unter Oberst Wangenheim anzuschließen, scheiterte zunächst an der Weigerung der Eisenbahner einen Zug zu stellen. Am folgenden Tag erzwangen die Soldaten „unter brutaler Anwendung von Gewalt und Todesbedrohungen, die sich auch auf die Familienangehörigen der Eisenbahnbeamten ausdehnte” – so der Stader Regierungspräsident – die Bereitstellung eines Zuges.
Das erste Ziel Bertholds war Harburg. In der auf der Strecke nach Hamburg liegenden preußischen Stadt Harburg (Elbe) waren bereits die mit dem Putsch sympathisierenden Offiziere des dort stationierten ca. 900 Mann starken Pionier-Bataillons verhaftet und unter Hausarrest gestellt worden. Berthold beabsichtigte die Wiederherstellung der Befehlsgewalt der Offiziere und die Entfernung aller regierungstreuen Soldaten. Außerdem plante er, seine Leute dort aus Beständen der Reichswehr auszurüsten.
In Harburg waren die „Baltikumer” gezwungen, in einer Schule Quartier zu beziehen. In Verhandlungen wurde Berthold sowohl von sozialdemokratischer als auch von bürgerlicher Seite aufgefordert, mit seiner Truppe ohne Halt direkt nach Berlin zu fahren. Berthold lehnte dies ab. Er machte einen Abzug von Bedingungen abhängig. Daraufhin radikalisierte sich die Stimmung in der Stadt – insbesondere in der Arbeiterschaft.
Die Schule in der Woellmerstraße im Stadtteil Heimfeld wurde von Schaulustigen, Angehörigen eines meuternden Pionier-Bataillons, und von der inzwischen bewaffneten und unter sozialdemokratischer Führung stehenden Miliz belagert. Berthold forderte: „Platz frei – es wird geschossen.” Mit Maschinengewehr wurden Warnschüsse über die Köpfe der Menge gegeben. Das Feuer wurde erwidert, worauf von Bertholds Freikorps in die fliehende Menge geschossen wurde. Mehrere Menschen brachen tot oder verwundet zusammen. Die Schule wurde unter Dauerbeschuss genommen.
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Mord am Harburger Blutsonntag (15.03.1920)
www.mordort.de/morddetail/?mid=228__blworf8a4cBuw

Rudolf Berthold
So war auch in Hamburg der Kapp-Putsch angekommen, wurde dort aber prompt mit einem Generalstreik der arbeitenden Bevölkerung beantwortet. Zur Unterstützung des Putsches und zur Niederschlagung des Streiks angefordert, machte sich der Fliegerhauptmann Rudolf Berthold mit seinem Freikorps, der “Eisernen Schar” von Stade aus auf den Weg. Berthold, am 24. März 1891 in Naumburg geboren, war ein mit dem Pour le Mérite Orden ausgezeichnetes “Fliegerass” aus dem I. Weltkrieg, der seinen Einfluss nutzte, 1919 ein Freikorps zur “Bekämpfung des Bolschewisums” zu gründen.
Dieses rund 700 Mann starke Freikorps war am 14. März 1920 in Hamburg-Heimfeld angekommen und machte dort Quartier in der Schule Woellmerstrasse, einer Mittelschule für Mädchen. Von der Nachricht dieses Vormarsches alarmiert, versuchen verschiedene lokale Amts- und Würdenträger am 14. und am 15. März mit Berthold zu verhandeln. Sie fordern ihn auf, ohne Stopp durch Harburg nach Berlin zu fahren, was dieser jedoch ablehnt, weitere Verhandlungen verlaufen erfolglos.
Die Stimmung heizt sich auf und als Reaktion darauf umringen kurze Zeit später bewaffnete Harburger Einwohner, die Einwohnerwehr und Soldaten des Pionierbataillons die Schule. Es kommt zu einer Schiesserei mit den in der Schule verschanzten Freikorpslern. Da der “Eisernen Schar” aber schließlich Verpflegung und Munition ausgehen, sieht sich Hauptmann Berthold zur Kapitulation gezwungen.
Berthold wird in das nahe liegenden Lokal “Zur Rennbahn” gebracht, als weitere Schüsse aus dem Hinterhalt fallen – offenbar abgegeben von noch nicht entwaffneten Mitgliedern des Freikorps. Eine wütende Menge folgt daraufhin Hauptmann Berthold, zerrt ihn wieder aus dem Lokal hinaus und prügelt und tritt diesen. Als er schließlich eine kleinkalibrige Pistole zieht und sich verteidigen will, wird ihm diese entrissen und gegen ihn gerichtet. Hauptmann Berthold stirbt durch die Kugeln seines eigenen Magazins. In seinem Körper werden später ebenfalls 2 weitere Kugeln aus einem Gewehr gefunden.
Neben Berthold sterben bei dem Gefecht am 15. März insgesamt 16 Personen, 62 weitere werden zum Teil schwer verletzt, der Tag wurde bekannt als der “Harburger Blutsonntag”. Der oder die Mörder Bertholds konnten nie gefasst werden, sein Tod wurde aber sowohl seinerzeit als auch im Dritten Reich funktionalisiert. Bertholds Grab befindet sich heute auf dem Invalidenfriedhof in Berlin. Der von ihm unterstützte Kapp-Putsch endete schon nach 4 Tagen am 17.03.1920.
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Harburg und der Kapp-Putsch
Leserartikel-Blog | ZEIT ONLINE – Beitrag lesen
Quelle ist die HAN (Harburger Anzeigen und Nachrichten), einsehbar in der Uni Hamburg auf Microfilm gespeichert. Autor derzeit unbekannt.
Am späten Abend des 14. März trafen die Baltikumtruppen in Harburg ein und setzten sich bis auf ein kleines Kommando, das bei der Bagage am Unterelbe-Bahnhof blieb, in der Heimfelder Schule fest.
Nach dem Einrücken der Baltikumer versuchten nun die Arbeiterführer zunächst, die Pioniere zum Vorgehen gegen die Truppen Berthold zu bewegen. Die Pioniere erklärten, daß sie nicht stark genug seien und bewachten die Kaserne. Es wurde darauf der Generalstreik erklärt und die Einwohnerwehr bewaffnet, wobei auch verschiedene Nichtmitglieder Waffen erhielten. Bei der Umstellung der Schule durch bewaffnete Arbeiter beteiligten sich auch verschiedene Pioniere. Der Führer der Einwohnerwehr, Graepel, erkannte die Gefahr für Berthold und suchte ihn mit Oberbürgermeister Denicke noch am späten Abend des 14. März auf, um ihn zum möglichst baldigen Abzug zu bewegen. Es wurde für den nächsten Morgen eine Unterredung mit verschiedenen einflußreichen Persönlichkeiten der Stadt verabredet. Diese fand dann auch gegen 8 ½ Uhr morgens statt. Zu einer endgültigen Einigung kam es nicht.
Kurz vor 12 Uhr fielen die ersten Schüsse. Wer zuerst geschossen hat ist nicht mit Sicherheit festgestellt. Es kam dann zu einem heftigen Feuergefecht. Im Laufe des Nachmittags versuchten die Belagerten mehrfach wieder Verhandlungen anzuknüpfen, indem sie eine Tafel mit entsprechender Aufschrift und schließlich ein weißes Tuch heraushängten. Kurz vor 6 Uhr gelang die Verhandlung: die Belagerer sicherten freien Abzug zu, wenn die Truppen die Waffen zurücklassen würden. Berthold ging darauf ein, nachdem inzwischen ein Flieger einen Befehl Wangenheims abgeworfen hatte, abzuziehen.
Die Truppen traten darauf unter Führung der Offiziere vor der Schule an, und zwar ohne Waffen. Jetzt drängte aber die Menge gegen die Truppen an und besonders die Offiziere wurden sogleich ergriffen und mißhandelt. Plötzlich begann auch Maschinengewehrfeuer auf die entwaffneten Truppen, die unter dem Rufe „Verrat” in die Schule zurückeilten. Es gelang den Führern der Belagerer darauf, die Truppen abzuführen, wobei indeß die wütende Menge diese vielfach mißhandelte.
Von den Truppen wurden je etwa 160 Mann in den Wirtschaften Sanssouci und Gambrinus untergebracht. Hauptmann Berthold sowie einige andere Offiziere und Mannschaften konnten sich aus den Händen der Menge nicht mehr befreien. Berthold schleppte man in die einige hundert Meter entfernte Wirtschaft „Zur Rennbahn”. Hier wurde er in das hinter der Gaststätte gelegene Klubzimmer gebracht und einem Verhör unterzogen. Der Eingang zum Gastzimmer wurde verrammelt. Berthold sagte den Leuten auf ihre Fragen, er sei auf der Durchreise zu seinen Kameraden nach Berlin.
Unterdessen wurde die Menge im Gastzimmer und draußen ungeduldig und drängte durch einen zweiten Eingang vom Hausflur her in das Klubzimmer. B. wurde von den Leuten ergriffen und durch den Hausflur auf die Straße geschleppt. Besonnene Leute, die mahnten, Berthold zufrieden zu lassen, wurden selbst bedroht. Als Berthold die Straße betreten hatte, erhielt er den ersten Schlag mit dem Gewehrkolben auf den Kopf. Er fiel zu Boden und erhielt noch mehrere Kolbenschläge. Man nahm ihm dann einen kleinen Revolver ab, den er noch bei sich trug, und machte Anstalt, ihn damit zu erschießen. Mehrere Personen riefen, man solle nicht schießen. Darauf schleppte man ihn einige Schritte weiter auf einen ungepflasterten Platz gegenüber der Wirtschaft. Er wurde dann weiter in der rohesten Weise mißhandelt, man trat mit Füßen auf ihn herum, schlug und stieß ihn; andere riefen, man solle ihn noch leben lassen, der müsse noch länger gepiesackt werden.
Schließlich schoß man auf ihn. Er erhielt zwei Kopfschüsse, vier Brustschüsse: Berthold starb nach kurzer Zeit. Die Leiche wurde von Mitgliedern der Einwohnerwehr in eine Gastwirtschaft gebracht, da sonst die wütende Menge sie völlig zerfleischt hätte.
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MO 15 MRZ 10 | Kulturwerkstatt | 19.30 Uhr
Kapp-Putsch 1920 – Bewaffnete Kämpfe auch in Harburg
Vortrag von Dr. Christian Gotthardt und Diskussion | Eintritt frei
Dr. Christian Gotthardt
geb. 1958, Historiker,
Veröffentlichungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung und des antifaschistischen Widerstands. Bürgerkommunikation im Gehmigungsverfahren AIRBUS.
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PUBLIKATION | Die radikale Linke als Massenbewegung
Christian Gotthardt
Einband: gebunden
Sprache: Deutsch
Fotos, Pläne und graph. Darst. 23,5 cm
Seitenzahl: 188
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Der Autor zeichnet das vielschichtige Porträt einer großen politischen Kraft in einer Zeit existenzieller Konflikte.
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Radikale Linke haben es in der deutschen Geschichte nicht leicht – als Personen nicht, und auch nicht als Thema. Dies gilt auch für Harburg–Wilhelmsburg, wo die Kommunistische Partei zwischen 1918 und 1933 so stark war wie sonst nur an wenigen Orten in Deutschland. Diese Stärke ist heute vergangen und nahezu vergessen. Wenn überhaupt kommunistische Persönlichkeiten Aufmerksamkeit erfuhren und zum Anlass für Erinnerung wurden, dann gewissermaßen trotz ihrer politischen Orientierung. Und es blieben wenige.
Eine sozialgeschichtliche, an Herkunft, Aktionen und Mentalitäten vor allem der Parteibasis interessierte Forschung hat zahlreiche alte Fehlurteile über die KPD widerlegen können. Insbesondere die Einschätzung, die KPD sei aufgrund ihrer Fremdsteuerung isoliert und erfolglos gewesen, muss in jeder Hinsicht als falsch gelten. Wir wissen heute, dass es damals unter Arbeitern ein stabiles, “links-proletarisches” Milieu gab, das der KPD als dauerhafte und sogar anwachsende Basis diente. Soweit die KPD-Führungen sich “links”, “ultralinks” oder “linksradikal” zeigten, taten sie dies im Einklang mit einem gewichtigen Teil ihrer Mitglieder und Anhänger.
Zugleich gab es eine andere, eher “rechte” Strömung, insbesondere unter örtlichen Funktionären, die sich der Führung zunehmend widersetzte. Dabei waren diese Linken und Rechten an der Basis einander nicht unbedingt feindlich gesonnen – vielmehr oft genug sogar einig gegen die Zumutungen der Führung. Die KPD an der Basis bildete offenbar in vielem eine eigene Welt – in welchem Ausmaß, ist heute nur erst abschätzbar.
Harburg und Wilhelmsburg, heute Bezirke bzw. Stadtteile von Hamburg, waren Hochburgen der KPD. Hochburgen ermöglichen spannende Erkenntnisse. Der Autor liefert ein vielschichtiges Porträt einer großen politischen Kraft in einer Zeit existenzieller Konflikte – ein Porträt, das hoffentlich viele anregen, manche anrühren und niemanden kalt lassen wird.
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Kulturwerkstatt | Kanalplatz 6 in 21079 Hamburg
www.kulturwerkstatt-harburg.de
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