JÖRN STAHLSCHMIDT – wasted time in the hocus focus of the all seeing i | tinderbox
29. April 2010 | Von netsamurai | Kategorie: Bewegungsmelder, VORSCHAURothenburgsort | SA 8 MAI 10 | Tinderbox Gallery | Installation | Eröffnung 19 Uhr

wasted time in the hocus focus of the all seeing i
JÖRN STAHLSCHMIDT (*1975) erschafft Installationen, die Funktion und Erscheinungsbild in Frage stellen. Beides differenziert er voneinander, hebt die jeweilige Qualität auf und setzt beides neu zusammen.
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Dabei entstehen Werke, die rein funktional sind oder gar keine „sinnvolle“ Funktion mehr haben, deren Aussehen allerdings eine völlig andere Referenz nahelegen. Schein oder Sein? Funktionslust und Überfluss gepaart mit der Frage nach einer Existenzberechtigung der Kunst führt uns die Realität vor Augen.
In der Vollendung sind es Kunstobjekte, die zwar perfekte Prototypen sind, aber eine Wirklichkeit nahelegen, die sich bei genauem Hinsehen als unwirklich herausstellt. [ Luise Neumann M.A. / tinderbox ]

links: ailos vs ousia | hinterconti Hamburg 2008 rechts: Colonial cluster, galerie 61 Bielefeld 2009
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Die Ausstellung
„wasted time in the hocus focus of the all seeing i“ ist nichts weniger als die metaphorische und narrative Nachbildung seines Ateliers.
Vorbei an seiner hölzern und photographisch reproduzierten Tür bewegt man sich choreografisch und geografisch „korrekt“ auf dem Pfad der Arbeit durch eine Rauminstallation aus über 500 Handtüchern, zwei Skulpturen, einem klingenden Vorhang sowie zwei Videos.
Eine der Skulpturen bildet sich aus einem rostigen Sockel mit einer unmöglichen Holzstütze. Auf diesem Monument steht eine extrem elaborierte Lindenholzschnitzerei, die ein kleines, polyfarbiges Idol mit ebenhölzernen Lochflügeln behaust.
Die zweite Skulptur ist ein einbeinger Stuhl, einladend vor der Videoarbeit „the all seeing i“ zum Verweilen und Schauen inszeniert, in seiner mechanischen Unbesetzbarkeit balancierend. Die Videoarbeit ist ein Selbstporträt, ein kleines Horrorkabinett über Klischees der Künstlerfigur allein mit sich, der Arbeit und der Reflexion. Das zweite Video, „6:66 min. studiobreak (the beast)“, zeigt den Künstler in einer diabolischen Länge moschenderweise in einer Art Terrarium, vor seinem Atelierfenster.
All diese Hinterlassenschaften des Ateliers produzieren sich fortwährend in endlosen, mäanderden Leerumkreisungen. Zu unserem Verdruss und unserer Erbauung. [ via tinderbox ]
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Jörn Stahlschmidt | AUSLAND – MILAND
[ aus dem Dokumentar-/Essayfilm Gelée Royal - der Staat bin ich ]
In “Gelée Royal” wirft Filmemacherin Antje Knapp einen Blick auf Kleinstaaten, die aus reinem Spaß an der Freude oder aus einer Rebellion heraus konzipiert wurden. Insgesamt sieben Kleinstreiche werden vorgestellt. Da ist zum Beispiel der Staat Ausland-Miland, der nicht größer ist, als ein zusammengeklapptes Brett. Gegründet wurde er von dem Künstler Jörn Stahlschmidt.
Zusammengeklappt paßt Ausland – Miland in eine Kiste und kann von seinem Verwalter überall hin mitgenommen werden. Es ist nicht größer als ein Reisepaß und auch für nichts anderes geschaffen, als Sichtvermerke in Andererleuts Reisepässen zu hinterlassen. Ein Bürokratiestaat.
Jörn Stahlschmidt hat seine Reiseerfahrungen von den verschiedensten Grenzen der Welt in seinem Stempelstaat versammelt. Für eine Bearbeitungspauschale von 50 Euro konnte sich jeder Durchreisewillige die kunstvolle Bestätigung abholen, dass sein Reisepaß nach Ausland – Miland ein- und wieder ausgereist ist.
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tronheim
Im Kunstverein Cuxhaven installierte Jörn Stahlschmidt in 2007 seine Arbeit “tronheim”
Im leeren Galerieraum schwebt ein Mensch. Er hat die Hand auf einen Stock gestützt. – Viele Arbeiten des jungen Hamburger Künstlers Jörn Stahlschmidt ziehen den Besucher in eine Wirklichkeit, die sich bei genauer Betrachtung als unwirklich herausstellt. Ihre Gestaltung ist so perfekt, dass sie wie Prototypen erscheinen und die Aura von Kultobjekten ausstrahlen. Jörn Stahlschmidt täuscht eine Bestimmung vor, die außerhalb der Kunst liegt. Die Verknüpfung von äußerer Erscheinung und Funktion muss in seinen Arbeiten neu entdeckt werden, um sich dem eigentlichen Sinn zu nähern.
Jörn Stahlschmidt hat für die Ausstellung in Cuxhaven eine Rauminstallation geschaffen, in der ein Mensch im Schneidersitz über dem Boden schwebt. Er benutzt dabei einen klassischen Zaubertrick und unterstreicht mit Licht und Klang die Performance. Die Besucher werden in eine magische Situation versetzt. Sie werden verführt, geheimnisvoll entrückt, wohl wissend, dass es sich um einen Trick handelt. Jörn Stahlschmidt sieht eine enge Verbindung von Magie und Kunst. Beide lassen Illusionen entstehen, schaffen Faszination durch Inszenierungen zwischen Schein und Wirklichkeit. [ via Kunstverein Cuxhaven ]
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Jörn Stahlschmidt
- 1975 geboren in Hamburg
- 2006-2007 Aufbaustudium, Freie Kunst, Hochschule für Bildende Künste Hamburg (Prof. Pia Stadtbäumer)
- 2003-2006 Freie Kunst, Hochschule für Bildende Künste Hamburg (Prof. Stadtbäumer), Diplom
- 1998-2003 Kommunikationsdesign & Illustration, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fachbereich Gestaltung, bei Prof. Merose und Prof. Glasmacher, Diplom
- 2002 Rietveld-Akademie Amsterdam, Workshop, bei Prof. Staarmann
- 2002 Tilbourg, Holland, Workshop, bei W. Kerkhofs
- 2001 Harvard University, Cambridge, USA, Graduate School of Design, Department Landscape Architecture, (Martha Schwarz)lebt und arbeitet in Hamburg
Stipendien
- 2007 Residence, Vorwerkstift Hamburg, Patriotische Gesellschaft/ Freiraum e.V.
- 2005 Begabtenstipendium der Dietzestiftung
- 2004 Förderpreis des Freundeskreises der HfBK
- 2003 Reisestipendium der Aldegrever-Gesellschaft Münster für die Lofoten, Norwegen
- 2001 Stehr-Stipendium für Bildhauerei der Stadt Pinneberg
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JÖRN STAHLSCHMIDT | wasted time in the hocus focus of the all seeing i
TINDERBOX Contemporary Art
| Eröffnung SA 8 MAI 10 ab 19 Uhr
| Ausstellung 11 MAI bis 26 JUN 10
| Di—Fr 10—18 Uhr, Sa 11—15 Uhr22. Mai 2010 nur nach Vereinbarung
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TINDERBOX, Billwerder Neuer Deich 72, 20539 Hamburg-Rothenburgsort
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Insite Harburg Magazin Archive:
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