Stefan PANHANS – Andrea WINKLER | Kunstverein Harburger Bahnhof

8. Juli 2010 | Von | Kategorie: Bewegungsmelder, VORSCHAU

Harburg | DO 08 JUL 10 | Kunstverein Harburger Bahnhof 19 Uhr Eröffnung | Ausstellung bis 03 OKT 10

Stefan PANHANS - Andrea WINKLER

Du kannst die Polizei belügen, aber nicht mich

Die Ausstellung, zu der auch das Set von Panhans vor Ort gedrehtem, neuen Video »Sorry« gehört, wird von beiden Künstlern gemeinsam entwickelt und in einen die eigene Arbeit übersteigenden Dialog gebracht – aufgerufen werden die Gegensätze zwischen Innenraum und Außenraum, Inszenierung und Authentizität, Bühne und Realität, Anwesenheit und Abwesenheit.

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Gefangenes Zimmer 2 | Die Bezeichnung »gefangenes Zimmer« steht auf dem Hamburger Wohnungsmarkt für einen Raum, der nur durch andere Räume betreten werden kann. Das entspricht der Erfahrbarkeit der Ausstellungsarchitektur, die für alle Projekte der Reihe gesetzt ist:

Ein »White Cube« wird in den Kunstverein implantiert. Jeweils zwei Künstlerinnen und Künstler sind eingeladen, die neue räumliche Situation für ihre Arbeit zu nutzen und unter Spannung zu setzen.

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Gefangenes Zimmer 2 |
Du kannst die Polizei belügen, aber nicht mich
Stefan Panhans & Andrea Winkler [ Hamburg / Berlin ]

Eröffnung: Donnerstag, den 8. Juli 2010, 19 Uhr
Ausstellungslaufzeit: 9. Juli bis 3. Oktober 2010
Öffnungszeiten: Mi–So, 14 bis 18 Uhr
Künstlergespräch: Sonntag, den 11. Juli 2010, 16 Uhr

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»Ich kann die komischen Dinger nicht kapieren, die mir die senden … all die ganzen Files, die ich hier reinkriege … ich versteh´s nicht … is´ alles total durcheinander da – könnt´ ihr das bitte noch mal anders senden, bitte Leute … mein Kopf macht das nicht mit!« [ Stefan Panhans ]

Stefan Panhans ist neben seiner Videoarbeit auch mit fotografischen Arbeiten unterwegs. In den letzten 2 Jahren konzentriert er sich hauptsächlich auf Phänomene des zeitgenössischen Lebens und der Urbanität, mit zumeist stark inszenierten Räumen und Orten, die Panhans beim alltäglichen Anblick hochkommerzialisierter Innenstädte findet. Mal mit verstelltem Blick, mal unumwunden direkt: Seine Fotografien hinterfragen diese Inszenierungen samt ihrer instrumentalisierten Versprechen und Suggestionen.

Andrea Winkler realisiert Rauminstallationen. Ihr Vorgehen ist gekennzeichnet durch teils minimale Eingriffe und subtil verfremdete ‘Wiederaufführungen’ von Versatzstücken aus der Alltagswelt, die zu großen Teilen auch aus einem Repertoire – aus auf Dekoration und Inszenierung hin angelegtem Objektfundus – schöpfen. Winkler bezieht in ihre Installationen jeweils den konkreten Ausstellungsraum mit ein, sodass dieser in seiner Funktion und Gestalt zu einem wesentlichen Akteur in der Gesamtsituation wird.

Beiden künstlerischen Arbeitsweisen ist ein spielerisch verstörender Unterton eigen, der bestimmte Bedeutungszuweisungen und Instrumentalisierungen alltäglicher Dinge, Räume und Szenerien in Frage stellt. Diese aufgrund subtiler Veränderungen umzudeuten, ob in Raumintervention oder fotografischem Bild, sind beiden Künstlern gemeinsame Strategie, um Ambivalenzen, Mehrdeutigkeiten und Abgründigkeiten unseres gewöhnlich erscheinenden Umraums zu befördern. [ Raum für Zweckfreiheit, Berlin ]

Im September und Oktober 2009 wurde im RAUM FÜR ZWECKFREIHEIT die Ausstellung “Das gefährlichste Büro der Welt” von Andrea Winkler und Stefan Panhans gezeigt. Für diese Präsentation arbeiteten die in Berlin lebende, gebürtige Schweizerin Andrea Winkler und der Hamburger Stefan Panhans erstmalig zusammen an einer gemeinsamen Installation, die speziell für den RAUM FÜR ZWECKFREIHEIT entwickelt wurde und neue Arbeiten beider enthielt.

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VIDEO | Stefan Panhans – Sieben bis zehn Millionen | 2005

Das Gesicht eines Mannes mit orange-rotgeflecktem Hip-Hop-Camouflage-Cap und dicker, pelzbesetzter Kapuze fixiert uns mit stechend blauen Augen und 3-Tage Bart – frontal, unablässig, nahezu agressiv. Er erzählt uns schwitzend, in einer Art hysterischem Stakkato und in einem eher aus Musikvideos bekannten, coolen Slanggemisch über seine Vorgehensweise beim Einkauf einer nicht näher bestimmten High-Tech hardware. Er spricht in fast sektiererisch predigender Eindringlichkeit von der zehrenden ‚Konsumarbeit’, von der alltäglichen Verwirrung und von paranoiden Momenten in den heutigen Konsumtempeln.

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Stefan Panhans

1967 geboren in Hattingen
studierte Kommunikationsdesign an der Merz Akademie, Stuttgart
und Freie Kunst an der HfBK, Hamburg
lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin

Ausstellungen | Auswahl

  • 2010 Stefan Panhans, VideoZone – Kunsthalle Mainz
  • 2009 Das gefährlichste Büro der Welt, Raum für Zweckfreiheit, Berlin (mit Andrea Winkler)
  • 2009 Kunst und Öffentlichkeit Neuer Berliner Kunstverein
  • 2008/09 WIR NENNEN ES HAMBURG Kunstverein Hamburg
  • 2008 Who´s Afraid of 40 Zimmermädchen, Kunsthaus Hamburg
  • 2008 MOBILE ARCHIVE Halle für Kunst Lüneburg
  • 2008 EMAF 2008 European Media Art Festival Osnabrück
  • 2008 Multitasking Stedelijk Museum Den Bosch
  • 2007 Arbeiten von Stefan Panhans«, Kunstverein Hannover
  • 2007 Multitasking NGBK Berlin
  • 2007 wir sind wieder wer Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg

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Andrea Winkler | untitled, 2007, foil, various size / untitled (Happy Birthday), 2007,
diptych, paper, various size (Installation view: „The White Belt“,
Anna-Catharina Gebbers | Bibliothekswohnung, Berlin)

Andrea Winkler nutzt die Atmosphären und Bedingungen der jeweiligen Ausstellungssituation, um flüchtig anmutende Interventionen zu inszenieren. Der ›schöne Schein‹ zerbricht, zerfällt immer – in der Schönheit scheint ein immanentes Kräfteverhältnis zu liegen: Anmut, Leichtigkeit, Glanz ist mit Zersetzung, Verfall und Auflösung unauflösbar verbunden. [ Birgit Szepanski, Kunsttermine, 2009 ]

Andrea Winkler www.andreawinkler.org

1975 geboren in Zürich, CH.
2001-2003 Slade School of Fine Art, London, UK (Master in Fine Art Media 2003)
1996-2001 Hochschule für bildende Künste Hamburg, D (Diplom 2002)
mit Wolfgang Tillmans, Cerith Wyn Evans, Gisela Bullacher
lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin

Ausstellungen | Auswahl

  • 2010
    General Public, Berlin
    Substitite, Berlin
  • 2009
    Das gefährlichste Büro der Welt, Raum für Zweckfreiheit, Berlin (mit Stefan Panhans)
    The Dudess Wantaway«, wcw-gallery, Hamburg
  • 2007
    Love Is a Red Heart, COMA project space, Berlin
    White Belt, Anna Catharina Gebbers, Bibliothekswohnung, Berlin
  • 2006
    Lasso und Pony, Trottoir, Hamburg

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Kunstverein im alten Harburger Fernbahnhof,
Hannoversche Str. 85 (über den Gleisen 3+4)

21079 Hamburg, Deutschland

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