STEFAN OPPERMANN – affenschande | Schauraum
9. September 2010 | Von netsamurai | Kategorie: Bewegungsmelder, schauraum, VORSCHAUHarburg | DO 09 SEP 10 | Schauraum ab 19 Uhr Eröffnung | STEFAN OPPERMANN – Zeichnungen | Ausstellung bis 26.09.2010 | Eintritt frei

STEFAN OPPERMANN | www.stefanoppermann.de
Die Produzentengalerie SCHAURAUM zeigt vom DO 09 SEP 10 [ Eröffnung ab 19 Uhr ] bis zum 26.09.2010 Zeichnungen des Hamburger Künstlers Stefan Oppermann.
Die Ausstellung „Affenschande” stellt Arbeiten aus der Serie „Erfindungen für eine bessere Welt” in den Mittelpunkt der Schau. Thematisch tauchen in jüngster Zeit immer wieder kuriose Kombinationen und Zusammentreffen von Mensch und Tier auf.
STEFAN OPPERMANN | affenschande
Schauraum Schwarzenbergstr. 42
Eröffnung: DO 09 SEP 10 ab 19 Uhr
Ausstellung: bis 26.09.2010Sa / So 16-18 Uhr
Seit Jahren zeichnet Stefan Oppermann an der Serie „Erfindungen für eine bessere Welt”. Der Titel ist ironisch bis sarkastisch gemeint. Mit einem nüchtern sachlichen Strich des Fettstiftes präsentiert Stefan Oppermann individualisierte Figuren mit obskuren Objekten, merkwürdigen Möbeln, grotesken Geräten oder kuriosen Körperhüllen.
Stefan Oppermann: “Der Mensch erscheint auf tragikomische Weise gefangen in seinen eigenen Schöpfungen, und er duldet dies mit geradezu tranceartiger Hingabe. Ihre formale Spannung beziehen diese Arbeiten aus dem Kontrast zwischen den dreidimensional dargestellten Objekten und den nur in Strichzeichnung gehaltenen Figuren.”
Aus den mittlerweile hunderten von Zeichnungen greift der Künstler immer wieder einzelne Motive heraus. Er setzt sie großformatig mit dem Kugelschreiber um. Der nüchterne Strich des Zeichengerätes steigert die scheinbare Sachlichkeit der eigentlich skurrilen Situation der Figuren. Der Gebrauch unterschiedlicher Kugelschreiberminen setzt zusätzlich monokrome Farbakzente.

Stefan Oppermann | Verständigung, 2005 | Bleistift und Schellack, 32 x 24 cm

Stefan Oppermann | Mann mit Maus, 2007 | Bleistift und Schellack, 32 x 24 cm
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Ein zweiter Schwerpunkt sind Zeichnungen der etwas „anderen Art”. Hierbei geht der Blick des Künstlers zuweilen buchstäblich in die Figur, in den Menschen hinein und übersetzt anatomische und psychische Befindlichkeiten in gezeichnete Formen und Strukturen.
Stefan Oppermann: “Im Gegensatz zu den sachlichen Erfindungszeichnungen lasse ich hier Emotionen zu, arbeite spontaner und experimenteller. Der Blick geht hier zuweilen buchstäblich in die Figur, in den Menschen hinein und übersetzt anatomische und psychische Befindlichkeiten in gezeichnete Formen und Strukturen. Thematisch tauchen in jüngster Zeit immer wieder kuriose Kombinationen und Zusammentreffen von Mensch und Tier auf.”
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Auszug aus einer Rede von Claus Mewes
zur Einzelausstellung “Serientäter”, Harburger Kunstverein, 27.8.2004
Grundlage der Papierarbeiten des Künstlers sind monochrom schwarz-weiße Zeichnungen in kleinem Format, die er “Erfindungszeichnungen” nennt.
Figuren und Gegenstände vermitteln eine momenthafte Ruhe, verstärkt durch eine durchgängig geglättete Oberflächenstruktur, so daß die Materialien der Gegenstände und die Haut der Menschen auf den Zeichnungen gespannt, gleichsam aufgeblasen erscheinen. Bewegungen der Apparate und Erregungen der menschlichen Muskulatur sind ebensowenig wahrnehmbar wie emotionale Impulse. Die Gesichter zeigen stereotype mimische Bewegung, so daß im Zusammenhang mit der zu beobachtenden Passivität der Körper der Eindruck entsteht, als befänden sich die Personen im Zustand der Trance, der Konzentration oder der Erschöpfung. Fast scheint es, als ob die anonymen Protagonisten Oppermanns prinzipiell keinerlei eigenen Willen besäßen, als ob sie Ausgeburten des philosophischen Determinismus seien, der aktive Willens- und Entscheidungsfreiheit leugnet.
In diesem Zusammenhang spielt die Strichführung des Künstlers eine bedeutende Rolle: Zumeist sind die menschlichen Figuren durch reine Umrißlinien dargestellt, Binnendifferenzierungen fehlen oder sind äußerst sparsam und gezielt gesetzt. Die Linien fallen körnig-porös aus, da Oppermann weiche Bleistifte und weiche Fettkreiden benutzt, die die Papierstruktur deutlich sichtbar werden lassen. Entgegen allen Annahmen, die das Zeichnen grundsätzlich für ein intimes Mittel halten, das feinste emotionale Regungen zu spiegeln vermag und einen weiten Spielraum für unentschiedene, experimentelle Bewegungen von Hand und Fingern läßt, zieht Oppermann seine weichen Linien außerordentlich gleichmäßig, so daß es keinerlei bemerkenswertes Auf- und Abschwellen oder sonstige Irregularitäten gibt. Die Strichführung ist richtungsreduziert und erweckt den Eindruck des zwanghaft Kühlen und Sachlichen. Gleichsam leidenschaftsgebremst mit der Objektivität des technischen Zeichners werden die Szenen, Gegenstände und Figuren visualisiert. Diese Objektivität jedoch befindet sich in einem ästhetisch sehr bewußt kalkulierten Gegensatz zur Weichheit, zur informellen Porosität der Striche und sorgt so für eine innere Spannung zwischen “kalt und warm”, sorgt für ständige Irritation. Der zeichnerische Reduktionismus steigert einerseits jene Apathie und Willenlosigkeit der Menschen in ihren Situationen, andererseits suggeriert die körnig fein pulsierende Strichstruktur einen, den Betrachter tief beunruhigenden Zustand des nervösen Schlafs, des Wachtraums und der Existenz in ungeklärter Schwebe.
Aus Alpträumen scheinen die Geräte entsprungen, denen die menschlichen Figuren Oppermanns anheim gegeben sind. Die beherrschende Übermacht dieser monströsen, bizarren und nie gesehenen Apparate, die zumeist ihre “Opfer” an Größe weit übertreffen, erscheint dadurch gesteigert, dass sie ganzflächig dunkel durchmodelliert sind, deshalb kompakt wirken und zu den lediglich aus Umrißlinien bestehenden menschlichen Wesen einen starken Kontrast materieller Dichte bilden.
Selbst ballonartig aufgeblasene Gebilde, die manchmal leichte Biege- und Druckfalten zeigen, wirken in ihrer Prallheit äußerst fest und hart. Manchmal weicht die Bedrohlichkeit der Geräte einer Art Schutzfunktion – manchmal gehen Bedrohung und Schutz ambivalent zusammen.
[ Claus Mewes / Kunsthaus Hamburg ]
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Stefan Oppermann | Vita
Der 1964 in Flensburg geborene Stefan Oppermann studierte an der Fachhochschule Hamburg im Fachbereich Gestaltung. Seitdem ist er als freier Künstler und Illustrator selbständig tätig. Seit 1990 hat er viele Einzelausstellungen, insbesondere in Hamburg, beispielsweise in der Kunsttreppe, im Kunsthaus und im Kunstverein Harburger Bahnhof veranstaltet.
- 1964 in Flensburg geboren
- 1983 Abitur
- 1985 – 1992 Studium an der FH Hamburg (heute HAW), Fachbereich Gestaltung, Diplom-Abschluss
- 1990 „Elyseé-Kunstpreis”,
Einzelausstellung in der Galerie Marie Luise Berendsohn, Hamburg - 1998 – 2000 „Hans-Günther-Baass-Atelierstipendium” der Hamburger Kulturbehörde
- 2003 – 2004 Atelier-Stipendium des Vereins „Künstler zu Gast in Harburg”
- 2004 „Serientäter”, Einzelausstellung im Kunstverein Harburger Bahnhof
- seit 2006 Tätigkeit als Museumspädagoge an der Hamburger Kunsthalle
- 2006 – 2009 Lehraufträge für Zeichnen an der Hochschule f. angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg
- 2007 „Die Rückseite des Mondes”, BBK-Ausstellung im Kunsthaus Hamburg
- 2008 Im Grunde weiß”, Kunsthandlung Messerschmidt, Flensburg (G)
55. Landesschau bild. Künstler Schleswig-Holsteins, Schloß Gottorf, Schleswig (G) - 2009 “25 Jahre Kulturstiftung Stormarn – Kennfaden Kunst” (G)
“Internationale Ausstellung Nord Art 2009″, Carlshütte, Rendsburg Büdelsdorf (G)
“Mixed Pickles”, Umtrieb – Galerie für aktuelle Kunst, Kiel (G)
“Epileptische Einfälle”, Umtrieb – Galerie für aktuelle Kunst, Kiel (E)
“Was ist wichtig”, Kunsthaus Hamburg (G)
“Art Vilnius 2009″, Erste internationale Kunstmesse in Vilnius / Litauen (G),
vertreten durch “Umtrieb – Galerie für aktuelle Kunst”, Kiel - 2010„Gewinn machen”, Kunsthaus Hamburg (G)
„affenschande”, SchauRaum Produzentengalerie, Hamburg-Harburg (E)
Außerdem zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen z.B. im Haus der Kunst München, Kunsthalle zu Kiel,
Schloss Agathenburg, Altonaer Museum, Museumsberg Flensburg, Kunsthaus Hamburg, Kunsthalle
Wilhelmshaven, Landesmuseen Schloss Gottorf in Schleswig, Ernst-Barlach-Museum in Wedel, Burgkloster in Lübeck.
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Harburg | FR 10 FEB 12 | Start des WINTERZAUBERs | Freitag, Sonnabend und Sonntag wird die Außenmühle zur open air Eisparty-Location. Es werden Buden in den Uferbereichen am Restaurant Leuchtturm und gegenüber am Spielschiff aufgebaut. Von Ufer zu Ufer soll es eine Flaniermeile geben.
Wilhelmsburg | DO 09 FEB 12 | Bürgerhaus 19.30 Uhr | Klassisches Konzert: Wolfgang Amadeus Mozart / Anton Webern / Franz Schubert | Eintritt: 15€ | Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt.


