SPIONE von Fritz Lang | SOULKITCHEN-Halle

8. Oktober 2010 | Von | Kategorie: VORSCHAU

Wilhelmsburg | die reaktivierte Soulkitchen-Halle zeigt am FR 8 OKT 10 ab 20 Uhr (Einlass) | SPIONE, ein Film von Fritz Lang aus dem Jahr 1928 in der restaurierten Fassung | LIVE vertont von Trautonia Capra & Tristan von Neumann | Eintritt 5 Euro

Fritz Langs SPIONE (1927/ 28)

ist ein Meisterwerk des “Suspense” (Konzept des Spannungsaufbaus im Film; dabei darf der Zuschauer mehr wissen als die handelnden Figuren auf der Leinwand). Er ist den MABUSE-Filmen (1922) eng verbunden. Wieder gibt Rudolf Klein-Rogge das kriminelle, machtbesessene Genie, diesmal als Haghi, Kopf eines Spionagerings. Weitere Hauptdarsteller sind Gerda Maurus als Haghis Meisterspionin Sonja, die sich unglücklicherweise in den Hauptgegner No. 326, gespielt von Willy Fritsch, verliebt.

[Regie: Fritz Lang, Drehbuch: Thea von Harbou | D 1927/28, 150 min]

in Wilhelmsburg wird der Stummfilm live vertont von

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Der Film hatte am 22. März 1928 in Berlin Premiere und war ein kommerzieller Erfolg. Die weibliche Hauptdarstellerin Gerda Maurus, deren Schönheit allseits bewundert wurde, ging als neuer Stern auf.

Stilistisch beschreitet Lang mit einer bevorzugten Verwendung naher Kameraeinstellungen und schneller Montage neue Wege. Eingebettet in eine elliptische Erzählstruktur sind episodenhafte Szenen mit so bedeutenden Darstellern wie Paul Hörbiger, Hertha von Walther, Fritz Rasp, Lupu Pick und Lien Deyers.

SPIONE wurde zwischen 2003 und 2004 von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restauriert.

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VIDEO | Fritz Lang – Spione, 1928 [ Eröffnungssequenz ]

YouTube Preview Image

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Zwischen seinen Science-Fiction-Blockbustern METROPOLIS und FRAU IM MOND drehte Fritz Lang Ende der 1920er Jahre den Agententhriller SPIONE, Nachläufer seiner SPINNEN- und MABUSE-Filme vom Beginn des Jahrzehnts, mit allen Ingredienzien, die wir auch heute noch im Agentenfilm finden: Drahtzieher im Hintergrund, Masken und Verkleidungen, internationale Verschwörungen, Liebe zwischen Agenten, Gadgets, Action einen überlebensgroßen Bösewicht und jede Menge Leichen.

Vorgezeichnet ist damit die Ikonografie des Spionagethrillers, besonders für die Verfilmungen von Ian Flemings James Bond-Romanen: ein Verbrecher im Rollstuhl, Minikameras, Verkleidungen, Verstecke, eine Schaltzentrale mit modernen Kommunikationsapparaturen, die zum Schluß gestürmt wird, ein Agent mit einer Nummer als Deckname, und Agentinnen, die Verführung als Waffe einsetzen.

Rezension aus den 1920ern:

Hans Wollenberg, Lichtbild-Bühne, Nr. 72 [ 23.03.1928 ]
“Im Anfang war die Spannung. [...] Fritz Lang hat dieses Geschehnis in einem hinreißenden Tempo inszeniert. Ruhigere Stellen, die der psychologischen Vertiefung und der Untermalung der Atmosphäre dienen (wie die entzückende Abschiedsszene zwischen dem Detektiv und Sonja nach dem ersten Stelldichein) und die wirbelnden knallenden Effekte sind rhythmisch gut zueinander abgewogen. Im Anfang ist das Tempo vielleicht sogar zu sehr forciert, so dass man sich zunächst schwer hinein- und zurechtfindet. Ungewöhnliche Bildwirkungen sind dem Regisseur mehrfach ganz einzigartig gelungen; so der Übergang des Boxkampfes in Tanz, oder die Umgarnung und das Ende Matsumotos durch Harakiri, oder die Aushebung des Haghi-Bankhauses und manches andere – vor allem aber die geradezu grandiose, an den Nerven reißende Eisenbahnkatastrophe mit der anschließenden Autoverfolgung.”

“Das alles ist mit einer großen Virtuosität gemacht, über zwei Stunden lang lief der Film, eine gewissenhafte und sorgfältige Arbeit. Wenn in einem Tunnel der letzte Wagen des D-Zuges abgehängt wird, in welchem der junge Agent sich befindet und ein Gegenzug, in welchem sich jene junge Dame befindet, auf diesen Wagen rast, so ist das vorzüglich gemacht. Und wenn am Schlusse die Belagerung des Bankhauses beginnt, in dem der Verbrecher wohnt, hinter verborgenen Wänden, wenn Handgranaten, Revolver, Sauerstoffflaschen, Stichflammen, Stahlbohrer, Steinbohrer, Giftgas arbeitet, so ist das zwar ähnlich wie die Belagerung des Hauses von Mabuse, aber es ist wiederum vorzüglich gemacht. [...]

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Fritz Lang Collection (6 DVDs)

Die Filmdokus im Bonusteil der DVD sind hervorragend, insbesondere die beiden langen, ausführlichen und gut recherchierte Retrospektiven zu “Spione” und “Mabuse”, mit vielen Interviews, Ausschnitten, Booklet und Produktionsinfos.

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Extras: ‘Die Metamorphosen des Dr. Mabuse’ von Hans-Günher Pflaum; ‘Spione – ein kleiner Film mit viel Action’ von Guido Altendorf und Anke Wilkening; ‘Frau im Mond – Der erste wisssenschaftliche Science-Fiction-Film’ WDR 1993; Bio- und Filmografien zu 13 Stab- und Besetzungsmitgliedern; Bildergalerien

Inhalt:

“Dr. Mabuse, der Spieler – Teil 1: Der große Spieler – Ein Bild der Zeit”
Dr. Mabuse ist Wahnsinniger und Superverbrecher zugleich: Mit enorm hypnotischen Fähigkeiten und außerordentlicher Wandlungsfähigkeit ausgestattet, strebt er die Weltherrschaft an. Um sein Ziel zu erreichen, benötigt er Unmengen an Kapitel. Mabuse manipuliert die Börse, lässt Falschgeld drucken und hypnotisiert in illegalen Spielsalons seine Mitspieler, um an deren Geld zu kommen. Doch Staatsanwalt von Wenk ist Mabuse auf der Spur.
Laufzeit: 155 Min.
Produktionsjahr: 1922
Darsteller: Alfred Abel, Bernhard Goetzke, Gertrude Welcker;

“Dr. Mabuse, der Spieler – Teil 2: Inferno, ein Spiel von Menschen unserer Zeit”
Es gibt einen Mordanschlag auf Staatsanwalt von Wenk. Die Tänzerin Carozza wird verhaftet, da sie in Verdacht steht, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Als Mabuse erfährt, dass Carozza bereit ist, vor dem Staatsanwalt auszusagen, lässt er ihr Gift bringen, mit dem sie Selbstmord begeht. Noch einmal tritt Mabuse in der Philharmonie auf, und versucht als Hypnose-Spezialist, von Wenk ebenfalls in den Selbstmord zu treiben. In letzter Sekunde rettet die Polizei den Staatsanwalt. Der Gejagte flieht durch die Kanalisation in seine Fälscherwerkstatt und verliert endgültig den Verstand.
Laufzeit: 115 Min.
Produktionsjahr: 1922
Darsteller: Gertrude Welcker, Alfred Abel, Bernhard Goetzke;

“Spione”
Der gelähmte Chef des Bankhauses Haghi führt unbemerkt ein Doppelleben: er ist auch der Kopf eines internationalen Spionagerings. Donald Tremaine, Detektiv Nr. 326, wird vom Geheimdienst auf Haghi angesetzt, der seinerseits die Agentin Sonja beauftragt, Nr. 326 zu beseitigen. Doch die beiden Agenten verlieben sich ineinander.
Laufzeit: 143 Min.
Produktionsjahr: 1928
Darsteller: Grete Berger, Lien Deyers, Willy Fritsch
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“Frau im Mond”
Sechs Menschen treten die erste Fahrt zum Mond an, u.a. ein verarmter Professor, der dort Gold vermutet, und sein junger Freund Helius, der die Rakete gebaut hat. Mit an Bord auch Chefingenieur Windegger und seine Verlobte Friede, in die auch Helius heimlich verliebt ist. Auf dem Mond kommt es zum Kampf um das Gold. Als der Sauerstoffbehälter beschädigt wird, muss einer auf dem Mond zurückbleiben, damit die anderen sicher zur Erde zurückkehren können. Helius bleibt, aber als er der startenden Rakete nachsieht und sich umdreht, sieht er, dass Friede bei ihm geblieben ist.
Laufzeit: 163 Min.
Produktionsjahr: 1929
Darsteller: Klaus Pohl, Willy Fritsch, Gerda Maurus;

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Fritz Lang

(* 5. Dezember 1890 in Wien; † 2. August 1976 in Beverly Hills, Kalifornien; eigentlich Friedrich Christian Anton Lang) war ein österreichisch-deutsch-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Durch seine Heirat mit der deutschen Drehbuchautorin Thea von Harbou erwarb der Österreicher 1922 auch die deutsche und nach seiner Emigration 1939 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Er prägte die Filmgeschichte mit und setzte vor allem in der Stummfilm- und frühen Tonfilm-Ära neue ästhetische und technische Maßstäbe.

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VIDEO | Fritz Lang [ eine Dokumentation ]

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Seine frühen deutschen Filme erzählen zumeist utopische und fantastische Geschichten, die in einer expressiv düsteren Atmosphäre inszeniert wurden. Langs Tonfilme rücken hingegen den Menschen und seine inneren Beweggründe in den Mittelpunkt. Die Themen sind der alltäglichen Realität entnommen, basieren häufig auf Presseberichten. Filme wie M – Eine Stadt sucht einen Mörder oder Metropolis gehören zu den Meilensteinen der deutschen und internationalen Filmgeschichte. [ via wikipedia ]

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Soulkitchen-Halle | Wilhelmsburg | Industriestr. 101

21107 Hamburg, Deutschland

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