DELLBRÜGGE & de MOLL – Land Run | Artists in Residence Veddel
16. Mai 2011 | Von netsamurai | Kategorie: Allgemeines, Kunst & KulturHamburg-Veddel | Eine Fachjury hat das Berliner “Künstlerduo Dellbrügge & de Moll” aus 90 Bewerbern für ein Stipendium der SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft ausgewählt

Eine Fachjury hat das Berliner “Künstlerduo Dellbrügge & de Moll” aus 90 Bewerbern für ein Stipendium der SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft ausgewählt. Sie beziehen ein 90 Quadratmeter großes Wohn-Atelier in der ehemaligen Polizeikaserne und wollen sich während ihres 2-jährigen Stipendiums mit der aktuellen Stadtentwicklung Hamburgs und ihren Auswirkungen auf die Veddel auseinandersetzen.
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Am FR 15 MAI 11 endete der Artist-in-Residence Aufenthalt von Dellbrügge & de Moll auf der Veddel. Die in dieser Zeit entstandene Arbeit “Land Run” ist auf einer Mikrosite im Internet dokumentiert.
LAND RUN landrun.perfectlocation.de
SIEDLUNGSPROJEKT FÜR DEN KLEINEN GRASBROOK IN HAMBURG, 2009-2011
Alternatives Szenario von Stadtentwicklung
Christiane Dellbrügge, Ralf de Moll Hamburg 2011
Die milieugeschützte Wohninsel ( Veddel ) selbst bietet kaum Spielraum für Veränderung. Aber gleich nebenan, auf dem Kleinen Grasbrook, wird durch die Schließung des Freihafens eine Fläche von 4,5 km2 frei, die der Hamburg Port Authority untersteht und bislang durch Zollzäune abgeriegelt ist. Noch reifen Bananen in Fruchthallen und Schrottautos warten auf ihre Verschiffung Richtung Afrika. Die Zukunft der zentralen Brache, Stepstone für den Sprung über die Elbe und nur einen Steinwurf von der neuen HafenCity entfernt, ist offen. Wir befinden uns in einem transitorischen Zustand.
Wie auf dem Kleinen Grasbrook Grundstücksspekulation verhindert und sozialer Ungerechtigkeit vorgebeugt werden kann, welche ökonomischen Konzepte Arme und Besitzlose befähigen, Wohneigentum zu bilden und zu bauen, muss ausgehandelt werden. Zunächst geht es darum, ein alternatives Szenario von Stadtentwicklung zu skizzieren.
Nach dem Fall der Zollgrenzen wird das Gebiet des Kleinen Grasbrook von der Stadt Hamburg für die Neubesiedlung freigegeben. Wir machen Tabula rasa und fangen leer an. Immerhin war Schuhmachers Zeitgenosse Le Corbusier bereit, für seinen Plan Voisin die gesamte Pariser Innenstadt zu planieren. Bis auf vereinzelte Schuppen aus dem 19. Jahrhundert finden sich auf dem Kleinen Grasbrook lediglich Lagerhallen des Hamburger Hafens. Ist erst Platz geschaffen, geht es an die Verteilung der Claims. Das Land wird kleinteilig parzelliert und in einer Reinszenierung des Land Run an Veddel-Bewohner verschenkt. Ein Datum wird festgelegt, die Siedler gehen an den Start, der Startschuss fällt, der Wettlauf beginnt, der Claim wird abgesteckt und registriert – schon ist man Besitzer von Bauland.
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Bis zum 26. April 2009 waren 2 Arbeiten Dellbrügge & de Moll im Rahmen der MANSON -Ausstellung der Hamburger Kunsthalle zu sehen.
Christiane Dellbrügge, Moline/USA 1961 – lebt in Berlin
Ralf de Moll, Saarlouis 1961 – lebt in Berlin
Zusammenarbeit seit ihrem Studium in Karlsruhe ab 1984
Vor mehr als 20 Jahren traf das Kunstduo (beide 1961 geboren) das erste Mal im Künstlerhaus Bethanien ein, um als Stipendiaten ein Gastatelier für einige Monate zu beziehen – und sind seitdem in Berlin geblieben. Dellbrügge & de Moll leben in Berlin, wenn sie nicht gerade zu einem Stipendium eingeladen sind. Sie haben schon etliche Kunstpreise bekommen, zuletzt 2002 den Förderpreis des Kunstpreises Berlin.
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Hamburg Ersatz
Einige Arbeiten des Paares entstanden im Netz (wie „Hamburg Ersatz”). Dort beschäftigen sie sich mit Stadtplanung, öffentlichem Raum, sozialen und ästhetischen Utopien.
Claudia Lorenz, Interview mit Christiane Dellbrügge und Ralf de Moll zu „Hamburg Ersatz” im Rahmen des Projekts „weitergehen” von 1997
www.workworkwork.de/texte/lorenz.htm
www.hamburg-ersatz.de/ersatz/enter.htm
fhh1.hamburg.de/Behoerden/Kulturbehoerde/Raum/artists/moll.htm
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Preise und Stipendien (Auswahl) / prices and grants (selection):
- 2006 DIVA – Danish International Visual Art Exchange Program
CRiR, Christiania Researcher in Residence, Copenhagen DK - 2002 EMARE, European Media Artists in Residence, Dundee GB
Kunstpreis Berlin, Förderpreis Bildende Kunst - 2000 Internationaler Medienkunstpreis ZKM/SWR, Anerkennung
1996 Kunstpreis Villa Romana Florenz
Einzelausstellungen (Auswahl) / solo exhibitions (selection):
- 2007 Dellbrügge & de Moll, New Harmony, Künstlerhaus Bethanien, Berlin
- 2006 Dellbrügge & de Moll , Artist Migration Berlin, Heidelberger Kunstverein
- 2004 Trotzmodell, Kunsthaus Baselland
Gruppenausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
- 2009 Videonale 12, Kunstmuseum Bonn
- 2006 40jahrevideokunst.de: Digitales Erbe: Videokunst in Deutschland 1963 bis heute,
K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf - 2006 Zerstörte Welten und die Utopie ihrer Rekonstruktion, Århus Kunstbygning DK
- 2005 City Rumble Overgaden, Institute for Contemporary Art, Kopenhagen
- 2005 Wittgenstein in New York, Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin
- 2003 science + fiction, ZKM, Zentrum für Kunst und Medientechnologie , Karlsruhe
- 2001 Plug-In. Einheit und Mobilität, Westfälisches Landesmuseum Münster
- 2000 ein|räumen. Arbeiten im Museum, Hamburger Kunsthalle
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Barbara Straka | Zur Preisverleihung Förderungspreis Bildende Kunst, Akademie der Künste Berlin, 2002
Dellbrügge & de Moll haben sich (…) durch eine interdisziplinäre und kommunikationsorientierte Arbeitsweise mit zahlreichen Projekten für Kunstinstitutionen und im öffentlichen Raum im In- und Ausland eine exemplarische Position und einen herausragenden Stellenwert im aktuellen Kunstdiskurs mit überregionaler und internationaler Rezeption erarbeitet.
Im weitesten Sinne ist das Werk der Künstler aus einer Gegenposition zu dem die 90er Jahre prägenden Paradigma des „Betriebssystem Kunst” (Thomas Wulffen) abzuleiten, dessen Dekonstruktion sie betreiben. Systematisch und analytisch werden die immanenten Strukturen der Kunstproduktion und -distribution heute untersucht: das veränderte Verhältnis von Kunst und Gesellschaft, die Rolle des Künstlers und Bedingungsfaktoren künstlerischer Arbeit, die Funktion des Kunstmarktes, der Museen und Akademien, der Medien und die Regeln von Kommunikations- und Vermittlungsprozessen im gesellschaftlichen Diskurs mit der Öffentlichkeit.
Dellbrügge & de Moll arbeiten kontext- und medienübergreifend an der Schnittstelle von Kunst und Leben, ästhetischem und alltäglichem Denken und Handeln. Sie bedienen sich dabei virtuos sowohl etablierter als auch innovativer künstlerischer Techniken und Medien (Malerei, Zeichnung, Aquarell, Plastiken und Objekte, Medien- und Sound Installationen, Film und Video, Internet) und haben seit Mitte der 80er Jahre ein beeindruckendes Spektrum an interdisziplinären Projekten erarbeitet, die das „Betriebssystem Kunst” von den Fragen nach der Produktion, Distribution und Rezeption sowie nach seinen Schnittstellen mit dem gesellschaft-lichen Umfeld her systematisch, kritisch und ganzheitlich untersuchen. Ein Verdienst der Künstler ist es, die immanenten Strukturen des selbstreferentiellen „Betriebssystems Kunst” freigelegt und öffentlich zur Disposition gestellt zu haben.
Die Ermittlung von Lebenseinstellungen, Stimmungs- und Meinungsbildern, die Modell-Bildung in Kunst, Architektur, Natur und Wissenschaft wird mittels Interviews, Befragungen, „Feldstudien”, Internet-Projekten und Aktionen im öffentlichen Raum durchgeführt.
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Atelier an der Sporthalle Veddel, Am Zollhafen 5, 20539 Hamburg
Insite Harburg Magazin Archive:
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