HAROON MIRZA – A Sleek Dry Yell | feat SUNAH CHOI | Kunstverein Harburger Bahnhof

7. September 2011 | Von | Kategorie: Bewegungsmelder, VORSCHAU

Harburg | MI 07 SEP 11 | Eröffnung Kunstverein | Ausstellung bis 20 Nov 11: kinetische & klangliche Installationen | Ein kleiner Big-Bang der neuen Kuratorinnen des Harburger Kunstvereins

Der Kunstverein Harburger Bahnhof zeigt vom 8. September bis 20. November 2011 mit einer multimedialen Installation des aktuellen Shooting-Stars der Venedig-Kunstbiennale HAROON MIRZA (*1977, London), die erste institutionelle Schau des Silbernen-Löwen-Gewinners im deutschsprachigen Kulturraum.

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Ergänzt wird die hochklassige Kunstschau mit einer extra auf den Ausstellungsraum bezogenen neuen Arbeit von SUNAH CHOI (*1968, Busan, Korea). In ihrer künstlerischen Neuproduktion geht sie von der spezifischen Geräuschkulisse des im Harburger Bahnhof gelegenen Kunstvereins aus und übersetzt diese in eine kinetische Installation.

Beide Künstler beschäftigen sich mit Übersetzungsmechanismen von Geräuschen und loten in der Ausstellung den Ausstellungsraum kinetisch wie klanglich aus.

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IS THIS WHERE IT ENDS? SUNAH CHOI / HAROON MIRZA

ist die Antrittsausstellung der neuen künstlerischen Leitung im Kunstverein Harburger Bahnhof bestehend aus Isabelle Busch und Franziska Solte. [ Ernst Schering Stiftung Berlin: Koordination Ernst Schering Art Award 2011 / Kuratorische Assistentin an den KW Institute for Contemporary Art, Berlin ]

  • Pressevorbesichtigung: 7. September 2011, 11 Uhr
  • Ausstellungseröffnung: 7. September 2011, 19 Uhr
    * mit einer Performance von Richard ‘Kid’ Strange
  • Künstlergespräch: 29. Oktober 2011, Führung durch die Ausstellung und Künstlergespräch mit Sunah Choi
  • Finissage: 19. November 2011, 19 Uhr
    * mit einer Performance von Sunah Choi
  • Ausstellungslaufzeit: 8. September bis 20. November 2011
  • Öffnungszeiten: Mi – So, 14 – 18 Uhr
  • Eintritt: ???

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Hello Darkness Smile Friend

AUDIO I Haroon Mirza [ anlässlich der Lisson Gallery Schau in 2011 ]

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Wir sind in jedem Augenblick umgeben von Geräuschen, von Klängen, von Musik. Wie kein anderes Medium durchdringen all diese Formen akustischer Reize den Raum und bestimmen dessen sensuelle Erfahrung. Das Hören ist die sinnliche Wahrnehmung, der man sich am schwierigsten entziehen kann.

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Haroon Mirza - A Sleek Dry Yell - 2008-2011

Is this where it ends?

In Haroon Mirzas Installationen mutieren einfache Gegenstände und technische Geräte wie von Geisterhand zu regelrechten Soundmaschinen, die ihren Einsatz im vom Künstler inszenierten Klangtheater nie zu verpassen scheinen.

Jedes einzelne Objekt wird dabei zum Auslöser eines Geräuschs, das sich in eine Klang-Komposition einfügt. Die Erfahrung dieses Klangs ist dabei unmittelbar mit der visuellen Wahrnehmung der Installation und ihrer spezifischen Materialität verknüpft; visuelle und auditive Erfahrung sind synchron. Mirza untersucht nicht nur die Grenzen und Transformationsmöglichkeiten von Sound, sondern ebenso inwiefern Visualität und Klang in einer einzigen ästhetischen Form miteinander verschmelzen:

„to understand visual and acoustic space as one sensorial mode of perception” (Haroon Mirza, 2010).

VIDEO | Haroon Mirza introduces his first solo show at Lisson Gallery 14 February 2011

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Thematisch kreisen seine Arbeiten immer wieder um sozio-kulturelle Phänomene, angefangen bei religiösen Thematiken bis hin zu popkulturellen Bezügen – so auch die Installation A Sleek Dry Yell (2008-2011), die im Kunstverein Harburger Bahnhof zu sehen sein wird. In ihrem visuell-auditiven Stimmungsbild lassen sich Verbindungen zu Filmen von Kenneth Anger oder Ken Russell – insbesondere seinem Film Altered States (1980) – ziehen.

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VIDEO | Altered States – Cleverest Scene/Hallucination [ Ken Russell 1980 ]

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Mit ihrer Faszination für Wahrnehmungsverschiebungen oder der Idee des Okkulten bilden sie einen düsteren Subtext zu dieser Installation. Was in den Filmen jedoch in Form einer Handlung erzählt und zugleich auf einer zweidimensionalen Fläche verdichtet wird, fächert Mirza in einer Komposition im Betrachterraum mit konkreten Objekten und ihren eigentümlichen Geräuschen auf.

Auf diese Weise untersucht Mirza unterschiedliche Verhältnisse von visueller und auditiver Wahrnehmung, ähnlich wie auch in den Filmen verschiedene Wahrnehmungszustände thematisiert werden.

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VIDEO | Invocation of my demon brother / A film by Kenneth Anger 1969 . Music by Mick Jagger. Appearance by Bobby Beausoleil (of the “Manson Family”).

http://video.google.com/videoplay?docid=-8121502155224808588

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Haroon Mirza www.clickfolio.com/haroon

erhielt für seinen Beitrag zur Kunstbiennale Venedig 2011 den Silbernen Löwen für den besten Nachwuchskünstler. “Er kreiert Assemblagen mit musikalischen Nebengeräuschen. Ästehtisch arrangiert präsentieren sich die Innereien der elektronischen Geräte – Kabel, Spulen, Lautsprecher; in einer eigenen Klangpoesie klicken sie vor sich hin.” [ Felix Krämer - Kunsthalle Hamburg - für art Magazin 2008 ]

Er arbeitet mit einer Mischung aus Skulptur, Video-und Audio-Installation, verbindet Elemente, die typischerweise inkompatibel sind und / oder als gefährlich gelten.

  • geboren 1977 in London
  • lebt und arbeitet in London und Sheffield

AUSBILDUNG

  • 2007 MA Fine Arts, Chelsea College of Art & Design
  • 2006 MA Design Critical Practice and Theory, Goldsmiths College
  • 2002 BA Fine Art Painting, Winchester School of Art
  • 2001 BA Painting & Drawing, School of the Art Institute of Chicago

STIPENDIEN/AUSZEICHNUNGEN

  • 2011 , 54. Venedig Biennale
  • 2010 Northern Art Prize

EINZELAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL) 2011

GRUPPENAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL) 2011

  • 54. Venedig Biennale [ Gewinner des Silbernen Löwen als bester Nachwuchskünstler 2011 ]

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Richard ‘Kid’ Strange – Doctor of Madness

Verstärkt wird die unheimliche Stimmung der Mirza-Installation im Kunstverein Harburger Bahnhof durch eine Performance des britischen Musikers Richard ‘Kid’ Strange – Sänger der mittlerweile aufgelösten britischen ProtoPunkband Doctors of Madness:

Protopunk ist eine Bezeichnung für eine Reihe von Bands, die als Wegbereiter des Punk gelten oder die von frühen Punkbands als großer Einfluss angeführt werden. Die meisten der dem Genre Protopunk zugerechneten Bands kommen aus dem US-amerikanischen Rock ‘n’ Roll der 1960er- und frühen 1970er-Jahre. Bands wie The Velvet Underground, MC5, The Dictators, The Stooges, die New York Dolls und The Monks legten mit ihren minimalistischen Gitarrenriffs und aggressiven Rhythmen den Grundstein für die ab etwa 1974 aufkeimende Punkwelle. [ via wikipedia ]

Durch ein Megafon erklingt nicht nur sein höhnisches Lachen, sondern auch ein von ihm verfasster Text, in dem er eine Art Vorhölle beschreibt und dabei wiederholt die Frage stellt: „Is this where it ends?”.

Die ’Kid’ Strange - Performance findet am Eröffnungsabend am MI 07. September 2011 statt.

Haroon Mirza & Richard Kid Strange haben bereits in 2008 im legendären Londoner Cabaret Futura gemeinsam performt. Das von Richard Strange Anfang der 1980er ins Leben gerufene Performance-Club-Format wird – nach längerer Pause – seit einigen Jahren im Paradise-Pub, London fortgeführt. 1980 hatten hier Depeche Mode und Marc Almond ( Soft Cell ) ihr Band-Coming_Out.
[ jeden 3. Montag/Monat (19–23.30 Uhr) | Kensal Green; Eintritt: £10 ]

Richard Strange, Schauspieler, Schriftsteller und Musiker, war der Sänger der mittlerweile aufgelösten “Doctors of Madness”. Nach Auflösung der Band hat Strange mit einer Reihe von renommierten Regisseuren und Künstlern wie Tim Burton, Marianne Faithfull und Martin Scorsese gearbeitet. Seine sehr unterhaltsamen Erinnerungen an musikalisch interessante Zeiten ( 1975 – ) “Strange Punks and Drunks and Flicks and Kicks” wurde vom Verlag André Deutsch in 2004 veröffentlicht.

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Sunah Choi

Sunah Choi | Train-Sound-Spotting

Ein ähnliches Interesse an medialen Übersetzungen verfolgt die koreanischstämmige und in Berlin lebende Künstlerin Sunah Choi, wenn auch in umgekehrter Weise: In ihrer künstlerischen Neuproduktion geht sie von der spezifischen Geräuschkulisse des im Harburger Bahnhof gelegenen Kunstvereins aus und übersetzt diese in eine kinetische Installation.

Dabei interessiert sie sich besonders für den durchfahrenden Zugverkehr, wie unregelmäßig passierenden Güterzügen. Der Rhythmus dieser Zugbewegungen ohne erkennbare Herkunft und ohne Ziel wurde allein durch die sinnliche Wahrnehmung des Hörens minutiös im Kunstverein aufgezeichnet. Diese Notationen überträgt Choi durch einen Mechanismus auf ihre Installation. Die alltäglichen Klangbewegungen des unmittelbaren Außenraums werden auf diese Weise in den Ausstellungsraum selbst geholt und dort in eine sichtbare Zirkulation übersetzt, die mit einer nicht enden wollenden Dynamik schweigend um sich selbst rotiert.

Die Assoziation zu einem der bekanntesten Stücke innerhalb der Geschichte der ‚Konkreten Musik‘ [ Musique concrète eine Musikrichtung, bei der Klänge aus Natur, Technik und Umwelt mit dem Mikrofon aufgenommen und durch Montage, Bandschnitt, Veränderung der Bandgeschwindigkeit, und Tapeloops elektronisch verfremdet werden ], nämlich zu Étude aux chemins de fer, einer Komposition von Pierre Schaeffer, der 1948 ein Musikstück allein aus Eisenbahngeräuschen schuf, ist nicht als bewusster Bezugspunkt Choi’s zu verstehen. Dennoch öffnet diese Verbindung ein Gedankenfeld rund um Fragen nach Grenzziehungen, Übersetzungsmöglichkeiten oder Semantiken von Geräusch, Klang und Musik – gerade auch in Bezug auf Mirzas Soundinstallation.

AUDIO | Pierre Schaeffer – “etude aux chemins de fer” [ 1948 ]

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SUNAH CHOI www.sunahchoi.com

  • geboren 1968 in Busan, Korea
  • lebt und arbeitet seit 2007 in Berlin

AUSBILDUNG

  • 2001 MA fine Arts, Staatliche Hochschule für Bildende Künste Frankfurt Städelschule bei Prof. Georg Herold, Peter Kubelka, Thomas Bayrle
  • 2000 The Slade School of Fine Art, UCL, London
  • 1991 B.A. Koreanische Sprache & Literatur, Busan National University, Korea

STIPENDIEN/AUSZEICHNUNGEN (AUSWAHL)

  • 2005 Frankfurter Verein für Künstlerhilfe e. V., Frankfurt a.M.
  • 2004 Akiyoshidai International Art Village (AIAV), Yamaguchi, Japan
  • 2003 Hessische Kulturstiftung, Wiesbaden

EINZELAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

  • 2011 Galerie Cinzia Friedlaender, Berlin
  • 2009 A CIRCLE WITHIN SIX CIRCLES, Galerie Cinzia Friedlaender, Berlin
  • 2006 long and short, Gallery LOOP, Seoul, Korea
  • 2005 Sunah Choi, Bielefelder Kunstverein, Bielefeld

GRUPPENAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

  • 2011 Based in Berlin, Kunstwerke, Berlin

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Kunstverein im alten Harburger Fernbahnhof,
Hannoversche Str. 85 (über den Gleisen 3+4)

21079 Hamburg, Deutschland

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3 Kommentare
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  1. [...] HAROON MIRZA – A Sleek Dry Yell | Artikel lesen [...]

  2. Die Ausstellung ist eine echte Überraschung für mich. Der alte Wartesaal ist nicht nur ein ungewöhnlicher Ort für Kunst, er ist auch ungewöhnlich gut geeignet dafür. Die beiden Installationen faszinieren und laden in ihrem Zusammenwirken ein zum meditativen Verweilen, der kreisförmige Vorhang schafft einen wechselnden Raum im Raum, den er perfekt nutzt. Kein Kunstfreund sollte das verpassen. Gerade die Anreise mit der S-Bahn, die manchen Hamburgern zu anstrengend zu sein scheint, lohnt sich definitiv!

  3. [...] ————- Harburg Magazin Kultur | Artikel lesen [...]