KRASSPORT – The Planets: Discovering Gustav Holst | Stellwerk

24. Februar 2012 | Von | Kategorie: Bewegungsmelder, Konzerte, VORSCHAU

Harburg | FR 24 FEB 12 | Stellwerk 21 Uhr | Konzert: Neue Musik / Soundscapes / cinematic ambient / experimentelles Instrumentenhandling | 12,-

Nachdem sich Krassport in ungewöhnlicher Trio-Besetzung ( Manuel Krass – piano | Johannes Schmitz – guitar | Daniel “D-Flat” Weber – drums ) mit dem ersten Tonträger “Under-Stand-Art” auf dekonstruktionistische Art und Weise Jazz-Standards von Monk bis Shorter  interpretiert hat, dringt es nun in die Gefilde der Klassik vor.

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Ein innovatives Trio-Konzept auf der Suche nach neuen Sounds und erweiterten Improvisationsstrukturen. Krassport wurde am 05.08.2010 beim Internationalen Jazz-Festival “Tremplin Jazz d’Avignon” sowohl mit dem “Grand Prix” als auch dem “Prix de Public” ausgezeichnet.

Thema des aktuellen Live-Programms ist die Orchestersuite “The Planets” von Gustav Holst. Dekonstruieren heißt Verfremden, völliges Auseinandernehmen des Ursprungsmaterials, es heißt “das sagen, was das Original nicht gesagt hat”.

“Ein Mann mit Hut setzt sich an den Flügel und klappt einen kleinen Koffer auf. Darin befinden sich beispielsweise ein Milchschäumer, eine Stahlkette und allerlei andere Dinge, die dazu bestimmt sind, aus dem Flügel andere Klänge herauszuholen als die, die man im Allgemeinen erwartet.” [ Kulturspiegel ]

So wird aus dem großorchestralen “The Planets”, das vom Charakter her späterer, großorchestraler Filmmusik ähnlich ist und deren Wirkung auf den Zuhörer vor allem durch die monumentalen Klangeffekte und die Klangfarben des Orchesters entsteht, ein Stück Musik, das sowohl das feingeistig Ausgeklügelte des Originals beinhaltet, als auch jazztypisch frei agiert. Ungewöhnliche Klänge, große Formen, Grooves und Teile, die mal an Neue Musik, mal an Free Jazz erinnern; all das findet zusammen, ohne eklektisch (nachahmerisch) zu wirken.

Die dazugehörige CD “Krassport: The Planets – Discovering Gustav Holst” erscheint am 15.04.12 beim renommierten Kölner Label JazzHausMusik.

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VIDEO | Gustav Holst’s The Planets – Jupiter, the Bringer of Jollity

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Sir Charles Mackerras dirigiert das BBC Philharmonic orchestra

“The Planets” ist Programmmusik. Jeder der 7 Sätze des Originals stellt musikalisch die Assoziationen Holsts mit den 7 Planeten dar. Pluto war zu der Zeit noch nicht entdeckt; die Erde fällt weg, da Holst die Planeten astrologisch, nicht astronomisch darstellt. So ist z.B. Mars der Kriegsbringer, Neptun der Mystische.

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Das Thema des Jupiter-Satzes wird auch in Frank Zappas Stück Invocation and Ritual Dance of the Young Pumpkin (Album “Absolutely Free“, 1967) zitiert.

AUDIO | The Mothers of Invention – Invocation & Ritual Dance of the Young Pumpkin

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Gustav Holst schrieb die Originalsuite 1914-1916. Obwohl die Suite spätromantisch ist, lassen sich Einflüsse von Stravinski und Debussy erkennen. The Planets wiederum hat durch seine farbige Orchestrierung und die Programmatik auch einen großen Teil der Filmmusik beeinflusst, unter anderem John Williams ( Star Wars ), Hans Zimmer ( Gladiator ) und James Horner ( Braveheart ).

Eben diese farbige Orchestrierung aus großem Symphonieorchester, Orgel und Frauenchor überträgt Krassport nun auf ein Jazz-Trio, bestehend aus Flügel, E-Gitarre und Schlagzeug. Auch im Trio werden alle Farben ausgelotet: Das Klavier wird neben dem regulären Spiel präpariert und auf den Saiten gespielt; Die Gitarre übernimmt per Octaver-Effekt auf Knopfdruck Bass-Funktion; Das Schlagzeug hat keine Bassdrum, wird dafür aber mit einer Metallschüssel und Glockenspiel erweitert.

Die malerischen Melodien übernimmt Krassport teilweise, trotzdem bleibt der freejazzige Ansatz des Trios erhalten. Hochenergetische, fast schon kakofonische Teile wechseln sich mit lyrischer Einfachheit ab.

Krassport schlägt mit “The Planets” eine Brücke: Von der Klassik zum Jazz. Jazz kann ausnotiert, festgelegt und komplex sein; mit den strengen Vorgaben der Klassik kann frei umgegangen werden! Heraus kommt ein Stück Musik, das sowohl das feingeistig Ausgeklügelte des Originals beinhaltet, als auch jazztypisch frei agiert.

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VIDEO | Krassport und Manuel Krass im Kulturspiegel des SR Fernsehens

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Stellwerk Harburger Fernbahnhof, Hannoversche Str.

21079 Hamburg, Deutschland

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